WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 7 von 20
5. Fallstudie 3: spekulativer Leerstand#
Eine nutzbare Wohnung bleibt über längere Zeit leer, weil Verkauf, Umwandlung oder Feriennutzung erwartet wird. In einem angespannten Markt erhöht Leerstand den Druck auf Mieten und Wohnversorgung.
Der WIX-VI unterscheidet berechtigten Leerstand von spekulativem Leerstand. Berechtigt kann Leerstand bei Sanierung, rechtlicher Klärung, technischer Unbewohnbarkeit oder Erbauseinandersetzung sein. Spekulativ ist Leerstand, wenn Wohnraum dem Markt entzogen wird, obwohl Nutzung möglich wäre.
Leerstandstyp Bewertung WÖk-Reaktion Sanierungsleerstand neutral bis positiv befristet, dokumentiert, Rückkehrplan Technisch unbewohnbar neutral, wenn Abhilfeplan vorhanden Förder-/Sanierungsfahrplan Erb-/Rechtsklärung neutral befristet Frist und Transparenz Spekulativer Leerstand negativ Malus, Zweckentfremdung, Aktivierung Ferien-/Kurzzeitnutzung in angespanntem Markt negativ bis stark negativ Genehmigung, Kontingent, Rückführung 6. Fallstudie 4: Stranded Asset im Altbestand Ein Altbau mit fossiler Heizung, schlechter Gebäudehülle und hoher Warmmietenlast weist ein hohes Übergangsrisiko auf. CO2-Kosten, EPBD-Pfade, GEG-Anforderungen, Finanzierungskriterien und Mieterpräferenzen können den Wert und die Vermietbarkeit beeinträchtigen.
Der WÖk-Pfad besteht aus Sanierungsfahrplan, Kapitalzugang, Schutz der Mieterschaft, Energie- und Gesundheitsverbesserung sowie Quartiersintegration. Ziel ist nicht maximale Modernisierungsmiete, sondern Wertstabilität durch positive Wohnwirkung.
7. Fallstudie 5: Neubau mit sozialem Stranding-Risiko Ein Neubau kann energetisch effizient, aber sozial und systemisch problematisch sein. Hohe graue Emissionen, exklusive Mietpreise, fehlende Barrierefreiheit, Hitzebelastung oder schlechte Quartiersintegration können zu Wirkungsrisiken führen. Wirkungsökonomisch muss Neubau daher über Lebenszyklus, Materialwirkung, soziale Nutzbarkeit, Warmmietenbelastung, Resilienz und Quartiersbezug bewertet werden.