Co2 preis warum wir ihn ohnehin … · Onlinefassung · Abschnitt 21 von 22

Schluss: Wir zahlen den CO2-Preis ohnehin#

PDF-Fassung

Die entscheidende Erkenntnis lautet: Wir zahlen den CO2-Preis ohnehin.

Wir zahlen ihn als Steuerzahler:innen, wenn Infrastruktur repariert wird. Wir zahlen ihn als Versicherte, wenn Risiken steigen. Wir zahlen ihn als Patient:innen, wenn Hitze und Luftverschmutzung krank machen.

Wir zahlen ihn als Verbraucher:innen, wenn Lebensmittel teurer werden. Wir zahlen ihn als Gesellschaft, wenn Vertrauen, Stabilität und Zukunftssicherheit sinken. Und kommende Generationen zahlen ihn mit einer Welt, die schwerer zu stabilisieren ist. Ein offizieller CO2-Preis erzeugt diese Kosten nicht. Er macht sie früher sichtbar, gerechter verteilt und vermeidbarer. Darum ist die richtige Frage nicht: Können wir uns einen CO2-Preis leisten?

Die richtige Frage lautet: Können wir es uns leisten, CO2 weiter kostenlos erscheinen zu lassen?

Aus wirkungsökonomischer Sicht ist die Antwort klar: Nein. Denn ein Preis, der Schäden verschweigt, ist kein günstiger Preis. Er ist eine Einladung, heute zu sparen und morgen viel mehr zu zahlen.

Der CO2-Preis ist deshalb nicht das Problem. Er ist ein erster Versuch, das eigentliche Problem sichtbar zu machen: dass wir den Schaden längst zahlen - nur zu spät, zu ungerecht und zu teuer.

Die Wirkungsökonomie geht einen Schritt weiter. Sie sagt: Nicht nur CO2 braucht einen Preis. Jede relevante Wirkung braucht Rückkopplung. Denn Wohlstand entsteht nicht, wenn wir Schäden billig verursachen und teuer reparieren. Wohlstand entsteht, wenn Schäden gar nicht erst entstehen.