Das schachbrett der oeffentlichk… · Onlinefassung · Abschnitt 6 von 29
Hypothese#
bläulichem Schatten, zieht gedanklich Blau ab und erlebt eher Weiß und Gold. Wer warmes, gelbliches Licht annimmt, kompensiert dieses Licht und erlebt eher Blau und Schwarz. In einer großen Untersuchung mit 1.401 Personen berichteten 57 Prozent blau-schwarz, 30 Prozent weiß-gold, 11 Prozent blau-braun und 2 Prozent andere Kombinationen. Die Autoren führen die Unterschiede auf verschiedene Annahmen über die Beleuchtung zurück (Lafer-Sousa, Hermann & Conway 2015).
Die entscheidende Beobachtung lautet nicht: „Jeder sieht eben seine eigene Wahrheit.“ Entscheidend ist:
Derselbe physikalische Reiz zwingt das Wahrnehmungssystem nicht zu nur einer Deutung, wenn der Kontext mehrere plausible Modelle zulässt. Die Außenwelt begrenzt die Möglichkeiten. Welche dieser Möglichkeiten als Wahrnehmung hervorgebracht wird, hängt aber auch von der Struktur und Erfahrung des Beobachters ab.
Die erste Brücke: Die Pixel sind dieselben. Die angenommene Beleuchtung verändert, was wir in ihnen sehen.