Systemresilienz statt nachhaltig… · Onlinefassung · Abschnitt 16 von 25
Warum ein faschistisches System damit nicht nachhaltig ist#
Der Einwand, auch faschistische Systeme könnten resilient sein, ist im rein beschreibenden Sinn richtig. Ein autoritärer Machtapparat kann Störungen abwehren, Widerstand unterdrücken, Propaganda anpassen und seine Herrschaft lange erhalten. Walker et al. weisen selbst darauf hin, dass Resilienz nicht immer gut ist und
unerwünschte Zustände sehr resilient sein können.
Der Einwand verwechselt jedoch die Resilienz eines Teilsystems mit der Resilienz des gesellschaftlichen Gesamtsystems. Ein faschistisches Regime kann regimeresilient sein, indem es seine eigene Machtmulde vertieft. Zugleich zerstört es aber Menschenwürde, Sicherheit, Vielfalt, freie Information, Rechtsstaatlichkeit, institutionelle Kontrolle und demokratische Korrekturfähigkeit. Es stabilisiert sich, indem es zentrale Funktionen von Mensch und Demokratie schwächt.
In der Wirkungsökonomie lautet die Frage deshalb nicht: Bleibt diese Herrschaft bestehen? Sondern: Bleibt das gekoppelte System Mensch-Planet-Demokratie lebensfähig, lernfähig, regenerationsfähig und korrigierbar? Ein System, das Rückkopplung unterdrückt, Fehler nicht offen korrigieren kann und seine Stabilität durch Gewalt oder Schadensverlagerung erzeugt, erfüllt diese Definition nicht.
Prägnante Abgrenzung: Ein faschistischer Machtapparat kann Regimeresilienz besitzen. Nachhaltigkeit verlangt dagegen Wirkungsresilienz des Gesamtsystems Mensch-Planet-Demokratie. Herrschaftsstabilität ist nicht Gesellschaftsresilienz.