Wirkstoff narrative rechte frame… · Onlinefassung · Abschnitt 15 von 20
Wie gute Gegenkommunikation aussehen kann#
Eine wirkungsökonomisch bessere Korrektur folgt einer anderen Reihenfolge. Sie beginnt mit dem, was im Kopf bleiben soll, nicht mit dem, was verschwinden soll.
Erstens: Den eigenen Wahrheitsrahmen zuerst setzen. Nicht: „Stimmt es, dass Geflüchtete ...?“ Sondern:
„Sicherheit entsteht durch funktionierende Institutionen, Prävention, soziale Stabilität und Rechtsstaat.“
Zweitens: Den rechten Frame nur knapp markieren. Nicht lange wiederholen, nicht ausschmücken, nicht dramatisieren. Ein Satz reicht: „Die rechte Behauptung macht eine Gruppe zum Sündenbock.“
Drittens: Die Wirkmechanik benennen. „Das ist kein Argument, sondern ein Angstbild. Es soll Kontrollverlust erzeugen und Schuld auf eine Minderheit verschieben.“
Viertens: Die faktische Korrektur liefern. Zahlen und Quellen sind wichtig, aber sie dürfen nicht allein stehen. Sie müssen in einen besseren Deutungsrahmen eingebettet werden.
Fünftens: Den demokratischen Lösungsrahmen schließen. Nicht beim Gegner enden, sondern bei der Lösung: Rechtsstaat, soziale Sicherheit, Infrastruktur, Bildung, europäische Anschlussfähigkeit, Klimaschutz, Wohlstandssicherung. Die Grundregel lautet: Nicht die Lüge soll den Takt vorgeben. Die Wahrheit muss den Raum eröffnen.