Wirkungswissenschaften wirkungsf… · Onlinefassung · Abschnitt 18 von 26

11. Methodischer Kanon systemischer Wirkungsforschung#

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Eine ausgereifte Wirkungsforschung im Rahmen der Wirkungswissenschaften braucht Methodenvielfalt. Sie darf weder rein quantitativ noch rein qualitativ, weder rein kausalistisch noch rein narrativ, weder rein ökonomisch noch rein moralisch sein. Sie muss erklären, messen, plausibilisieren, modellieren, beteiligen und lernen. Der folgende Kanon ist deshalb plural.

Methodenfamilie Funktion im wirkungswissenschaftlichen Rahmen Theory of Change Macht Wirkannahmen, Mechanismen und erwartete Pfade explizit.

Contribution Analysis Prüft plausible Beiträge zu beobachteten Outcomes statt vorschneller Monokausalität.

Counterfactual Designs Vergleichen tatsächliche Entwicklungen mit plausiblen Alternativen, wo möglich.

Mixed Methods Verbindet quantitative Messung mit qualitativer Kontext- und Mechanismenklärung.

System Mapping Zeigt Wirkungsnetze, Rückkopplungen, Engpässe und Nebenfolgen.

Life Cycle Assessment Erfasst Umweltwirkungen entlang von Produktlebenszyklen.

Social Impact Measurement / SROI Bewertet soziale und ökologische Wirkungen, teilweise monetarisiert.

Resonanzanalyse Untersucht mediale, emotionale und politische Anschlussräume.

Wirkungsdaten-Audit Prüft Datenqualität, Nachvollziehbarkeit, Modellannahmen und Manipulationsrisiken.

Partizipative Evaluation Bezieht Wirkungsempfänger und Betroffene in Bewertung und Interpretation ein.

Wirkungssimulationsanalyse Identifiziert Greenwashing, Impact-Washing, KPI-Gaming und performative Wirkung.

Der methodische Kern liegt nicht in einer einzigen Methode, sondern in der Kombination. Harte Indikatoren ohne Kontext erzeugen Scheingenauigkeit. Narrative ohne Daten erzeugen Beliebigkeit. Kausalmodelle ohne Systemdenken verfehlen Nebenfolgen. Partizipation ohne Prüfung kann Interessen reproduzieren. Systemische Wirkungsforschung muss diese Risiken ausbalancieren.