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9. Zielkonflikte, Interdependenzen und Nichtkompensation#

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SDG-Unterziele sind nicht unabhängig. Eine Klimamaßnahme kann soziale Belastungen erzeugen. Eine Industrieförderung kann Ressourcenverbrauch erhöhen. Eine Stadtverdichtung kann Flächen sparen und zugleich Gesundheit, Lärm oder Hitze beeinflussen. Die Wirkungsökonomie liest Unterziele deshalb nicht additiv, sondern interdependent. Das Nichtkompensationsprinzip ist entscheidend: Ein Fortschritt bei einem Unterziel darf schwere negative Wirkungen in einem anderen Unterziel nicht beliebig überdecken. Kinderarbeit kann nicht durch niedrige CO2-Werte kompensiert werden. Biodiversitätszerstörung kann nicht durch hohe Beschäftigung neutralisiert werden. Desinformation kann nicht durch Reichweite entschuldigt werden. Für die Unterzielmatrix bedeutet das: Jedes Target braucht rote Linien, Datenqualität und Zielkonfliktkommentar.