Arbeitspapier Doppelte Wesentlic… · Onlinefassung · Abschnitt 19 von 72

7.2 Inside-Out und Nichtkompensation#

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Ein häufiger Fehler in Nachhaltigkeitsbewertungen ist das Aufrechnen. Ein Unternehmen verbessert den CO2-Wert, hat aber problematische Arbeitsbedingungen. Oder es stärkt Diversität, verursacht aber schwere Umweltschäden. Durchschnittslogiken können solche Konflikte verdecken.

Die Wirkungsökonomie setzt hier mit Nichtkompensation und Reverse Merit Order an. Schwere negative Wirkungen dürfen nicht verschwinden, nur weil an anderer Stelle positive Werte stehen. Ein T-Shirt bleibt problematisch, wenn Kinderarbeit darin steckt, auch wenn der Transport klimafreundlich war. Eine digitale Plattform bleibt problematisch, wenn sie systematisch Desinformation verstärkt, auch wenn sie Bildungsinhalte anbietet. Doppelte Wesentlichkeit verlangt rechtlich nicht zwingend eine solche WÖk-Engpasslogik. Aber sie schafft die Datenbasis, um sie später einzuführen. Gerade deshalb gehört die doppelte Wesentlichkeit in die Wirkungsökonomie: Sie liefert die ersten strukturierten Hinweise darauf, wo rote Linien, Mindestbedingungen und Wirkungsgrenzen liegen.