Methodenseite · Kurzfassung

Faktencheck und Folgencheck - Methodenseite

Methodischer Überblick: Faktencheck fragt, ob etwas stimmt. Folgencheck fragt, was eine Aussage auslösen kann. Die vollständige Arbeitsfassung zur Wirkung politischer Sprache steht in der Bibliothek.

Auf dieser Seite
  1. Führende Fassung
  2. Kurzfassung
  3. Faktencheck vs. Folgencheck
  4. 10-Schritte-Modell
  5. Einbindung in Scanner
  6. Dokumentstand

Führende Fassung

Vollständiges Arbeitspapier in der Bibliothek

Das aktuell veröffentlichte Dokument zum Thema ist Folgencheck statt Faktencheck - Wirkung politischer Sprache. Diese Werkstattseite bleibt als Methodenkurzfassung erhalten und erklärt die Grundunterscheidung zwischen Faktencheck und Folgencheck.

Damit gibt es keine zwei gleichrangigen Seiten mit demselben Anspruch: Die Bibliotheksseite ist die führende Dokumentseite; diese Seite ist die methodische Orientierung und verweist auf die vollständige Online- und PDF-Fassung.

Kurzfassung

Zwei Prüfungen, zwei Fragen

Ein Faktencheck prüft Richtigkeit. Ein Folgencheck prüft vorsorgend Wirkungspotenziale, Nebenwirkungen und Schutzgrenzen. Beide Prüfungen gehören zusammen, dürfen aber nicht verwechselt werden.

Faktencheck

Stimmt das?

Geprüft werden Aussage, Quelle, Beleg, Kontext, Zeitraum, Methode und Nachvollziehbarkeit.

Folgencheck

Was kann das auslösen?

Geprüft werden Wirkstoffe, Wirkungspotenziale, Wirkungspfade, Wirkungsräume, Nebenwirkungen, Unsicherheit und Schutzgrenzen.

Folgencheck ist ex ante

Der Folgencheck ist nicht erst nachträgliche Schadensanalyse. Er ist eine vorsorgende Ex-ante-Prüfung, bevor Schäden oder Systemfolgen vollständig eingetreten sind. Er fragt, welche Auslöser unter welchen Bedingungen Wirkungspotenzial entfalten können.

Damit bewertet der Folgencheck keine Menschen und keine Gesinnungen. Er prüft Wirkungsbedingungen: Was wird angestoßen, wer kann betroffen sein, welche Räume werden berührt, welche Unsicherheit bleibt, und welche Schutzgrenzen dürfen nicht überschritten werden?

Prüfpfad

Das 10-Schritte-Modell

1

Gegenstand klären

Welche Aussage, Maßnahme, Regel, Kampagne, Produktinformation oder Entscheidung wird geprüft?

2

Wirkstoffe identifizieren

Welche Auslöser können Wirkungspotenzial entfalten?

3

Wirkungsraum bestimmen

Wo können Folgen entstehen: Medienraum, Markt, Schule, Kommune, Unternehmen, Lieferkette oder Institution?

4

Wirkungsempfänger bestimmen

Wer oder was kann betroffen sein: Menschen, Gruppen, Ökosysteme, Institutionen, Vertrauen oder digitale Rechte?

5

Wirkungspfade sichtbar machen

Welche Ketten von Auslöser, Bedingung, Verhalten, Rückkopplung und Zustandsveränderung sind plausibel?

6

Wirkungspotenziale einordnen

Welche positiven, negativen oder neutralen Potenziale sind erkennbar?

7

Nebenwirkungen und Rebound prüfen

Welche unbeabsichtigten Folgen, Ausweichreaktionen oder Verstärkungen sind möglich?

8

Datenqualität und Unsicherheit markieren

Was ist belegt, plausibel, unsicher oder noch offen?

9

Schutzgrenzen prüfen

Menschenwürde, Grundrechte, Datenschutz, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Korrekturfähigkeit bleiben rote Linien.

10

Handlungsoptionen ableiten

Welche Korrektur, Transparenz, Begrenzung, Pilotierung oder Evaluation ist verantwortlich?

Anwendung

Einbindung in Scanner und Suche

Der WÖk-Scanner nutzt Folgencheck-Hinweise für Texte, politische Aussagen, Wahlprogramme, Produkte, Unternehmen und Maßnahmen. Die Suche priorisiert die führende Bibliotheksfassung, diese Methodenseite und die Begriffseiten Folgencheck, Faktencheck, Wirkstoff, Wirkungsraum, Wirkungspfad und Wirkungspotenzial.

Seitenstand und Transparenz

Stand dieser Methodenseite: 2. Juni 2026. Die ältere Arbeitsfassung v1.1 bleibt als methodischer Kurzüberblick erhalten. Führende vollständige Arbeitsfassung: Folgencheck statt Faktencheck, Stand 1. Juni 2026. Modellhafte Arbeitsfassung der Wirkungsökonomie. Keine amtliche Bewertung, keine Rechtsberatung, keine Wahlempfehlung und keine automatisierte Entscheidung.