Faktencheck
Stimmt das?
Geprüft werden Aussage, Quelle, Beleg, Kontext, Zeitraum, Methode und Nachvollziehbarkeit.
Methodenseite · Kurzfassung
Methodischer Überblick: Faktencheck fragt, ob etwas stimmt. Folgencheck fragt, was eine Aussage auslösen kann. Die vollständige Arbeitsfassung zur Wirkung politischer Sprache steht in der Bibliothek.
Führende Fassung
Das aktuell veröffentlichte Dokument zum Thema ist Folgencheck statt Faktencheck - Wirkung politischer Sprache. Diese Werkstattseite bleibt als Methodenkurzfassung erhalten und erklärt die Grundunterscheidung zwischen Faktencheck und Folgencheck.
Damit gibt es keine zwei gleichrangigen Seiten mit demselben Anspruch: Die Bibliotheksseite ist die führende Dokumentseite; diese Seite ist die methodische Orientierung und verweist auf die vollständige Online- und PDF-Fassung.
Kurzfassung
Ein Faktencheck prüft Richtigkeit. Ein Folgencheck prüft vorsorgend Wirkungspotenziale, Nebenwirkungen und Schutzgrenzen. Beide Prüfungen gehören zusammen, dürfen aber nicht verwechselt werden.
Faktencheck
Geprüft werden Aussage, Quelle, Beleg, Kontext, Zeitraum, Methode und Nachvollziehbarkeit.
Folgencheck
Geprüft werden Wirkstoffe, Wirkungspotenziale, Wirkungspfade, Wirkungsräume, Nebenwirkungen, Unsicherheit und Schutzgrenzen.
Der Folgencheck ist nicht erst nachträgliche Schadensanalyse. Er ist eine vorsorgende Ex-ante-Prüfung, bevor Schäden oder Systemfolgen vollständig eingetreten sind. Er fragt, welche Auslöser unter welchen Bedingungen Wirkungspotenzial entfalten können.
Damit bewertet der Folgencheck keine Menschen und keine Gesinnungen. Er prüft Wirkungsbedingungen: Was wird angestoßen, wer kann betroffen sein, welche Räume werden berührt, welche Unsicherheit bleibt, und welche Schutzgrenzen dürfen nicht überschritten werden?
Prüfpfad
1
Welche Aussage, Maßnahme, Regel, Kampagne, Produktinformation oder Entscheidung wird geprüft?
2
Welche Auslöser können Wirkungspotenzial entfalten?
3
Wo können Folgen entstehen: Medienraum, Markt, Schule, Kommune, Unternehmen, Lieferkette oder Institution?
4
Wer oder was kann betroffen sein: Menschen, Gruppen, Ökosysteme, Institutionen, Vertrauen oder digitale Rechte?
5
Welche Ketten von Auslöser, Bedingung, Verhalten, Rückkopplung und Zustandsveränderung sind plausibel?
6
Welche positiven, negativen oder neutralen Potenziale sind erkennbar?
7
Welche unbeabsichtigten Folgen, Ausweichreaktionen oder Verstärkungen sind möglich?
8
Was ist belegt, plausibel, unsicher oder noch offen?
9
Menschenwürde, Grundrechte, Datenschutz, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Korrekturfähigkeit bleiben rote Linien.
10
Welche Korrektur, Transparenz, Begrenzung, Pilotierung oder Evaluation ist verantwortlich?
Anwendung
Der WÖk-Scanner nutzt Folgencheck-Hinweise für Texte, politische Aussagen, Wahlprogramme, Produkte, Unternehmen und Maßnahmen. Die Suche priorisiert die führende Bibliotheksfassung, diese Methodenseite und die Begriffseiten Folgencheck, Faktencheck, Wirkstoff, Wirkungsraum, Wirkungspfad und Wirkungspotenzial.