Prüfbegriff

Folgencheck

Ein Folgencheck prüft, welche Wirkungen oder Wirkungspotenziale eine Aussage, Entscheidung, Maßnahme, Technologie, ein Produkt oder ein Kapitalfluss auslösen kann.

Version 1.0 Führender Begriff

Auf einen Blick

Folgencheck fragt: Was kann das auslösen? Er prüft Wirkungspotenziale, Wirkungspfade, Betroffene, Datenlücken und Schutzgrenzen.

Definition

Was bedeutet der Begriff?

Ein Folgencheck prüft, welche Wirkungen oder Wirkungspotenziale eine Aussage, Entscheidung, Maßnahme, Technologie, ein Produkt oder ein Kapitalfluss auslösen kann. Er fragt: Was kann das auslösen? Keine Zensur, keine Personenbewertung und kein Wahrheitsmonopol. Verwandt: Begriffseite Folgencheck, Faktencheck.

Wirkungsökonomie

Warum ist das wichtig?

Folgencheck prüft mögliche Wirkungen, Risiken, Nebenwirkungen, Datenlücken und Schutzgrenzen.

Verwendung

So wird der Begriff genutzt

Folgencheck vorsorgend als Ex-ante-Prüfung erklären; keine Zensur, keine Personenbewertung, kein Wahrheitsmonopol.

Abgrenzung

Nicht verwechseln mit

  • Faktencheck
  • Personenbewertung
  • Zensur
  • Wahrheitsmonopol

Faktencheck vs. Folgencheck

PrüfungLeitfragePrüftErgebnis
FaktencheckStimmt das?Quellen, Daten, Belege, Kontext, Richtigkeit.Wahr, falsch, unbelegt, verkürzt oder irreführend.
FolgencheckWas kann das auslösen?Wirkstoffe, Wirkungspotenziale, Wirkungspfade, Betroffene, Systemfolgen und Datenlücken.Positive, negative, neutrale oder ambivalente Wirkungspotenziale sowie Schutzgrenzen.
WirkungsbewertungWie ist die Wirkung einzuordnen?SDGs, SDG+, Mensch, Planet, Demokratie und definierte Wirkungsgrenzen.Einordnung im Referenzrahmen.
WirkungsrückkopplungWas folgt daraus?Entscheidungen, Preise, Regeln, Förderung, Kommunikation oder Korrektur.Handlungsoptionen und Verantwortungspunkte.

10-Schritte-Modell des Folgenchecks

1. Gegenstand klären

Was wird geprüft: Aussage, Maßnahme, Gesetz, Produkt, Technologie, Kapitalfluss oder Medienbeitrag?

2. Wirkstoffe identifizieren

Welche Sprache, Anreize, Technik, Preise, Regeln oder Frames können Wirkung auslösen?

3. Wirkungsraum bestimmen

In welchem sozialen, ökologischen, wirtschaftlichen, medialen, politischen oder digitalen Raum kann Wirkung entstehen?

4. Wirkungsempfänger bestimmen

Wer oder was kann betroffen sein: Menschen, Gruppen, Institutionen, Märkte, Ökosysteme oder Demokratie?

5. Wirkungspfade sichtbar machen

Über welche Mechanismen entstehen direkte, indirekte oder zeitverzögerte Folgen?

6. Wirkungspotenziale einordnen

Welche positiven, negativen, neutralen oder ambivalenten Potenziale sind plausibel?

7. Nebenwirkungen und Rebound prüfen

Wird Schaden verlagert, verstärkt oder nur unsichtbar gemacht?

8. Datenqualität und Unsicherheit markieren

Was ist belegt, plausibel, unklar oder unbekannt?

9. Schutzgrenzen prüfen

Wo dürfen Grundrechte, Würde, Datenschutz, Minderheitenschutz oder demokratische Kontrolle nicht überschritten werden?

10. Handlungsoptionen ableiten

Welche nächsten Fragen, Korrekturen, Gegenmaßnahmen oder Rückkopplungen ergeben sich?

Lernseite zu Folgencheck

Warum wichtig?

Was macht der Begriff sichtbar?

Er macht mögliche Wirkungen sichtbar, bevor Schäden, Nebenwirkungen oder Systemfolgen vollständig eingetreten sind.

Abgrenzung

Was es nicht bedeutet

Der Folgencheck ist keine Zensur, keine Personenbewertung und kein Wahrheitsmonopol.

Beispiel

So wird es konkret

Eine faktisch richtige Aussage kann trotzdem polarisierend wirken, wenn sie einseitig gerahmt, strategisch wiederholt oder aus dem Kontext gelöst wird.

Missverständnisse

Worauf achten?

  • Folgencheck prüft Wirkungspotenziale, keine Gesinnungen.
  • Er ersetzt demokratische Entscheidungen nicht, sondern bereitet sie besser vor.

Grundlagen

Im Grundlagenwerk

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Bibliothek

Dokumente und Materialien

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Version und Quelle

Kategorie: Prüfbegriff · Version: 1.0

Quelle: WOeK_Folgencheck_und_Faktencheck_Paper_v1.1 · Abschnitt: Medien, Öffentlichkeit und Prüfung