WÖk-Präzisierungsbegriff / Risikobegriff

Wirkungsrisiko

Wirkungsrisiko ist die Möglichkeit, dass eine Handlung, ein Produkt, ein Geschäftsmodell, ein Kapitalfluss oder eine Entscheidung negative Zustandsveränderungen für Mensch, Planet oder Demokratie erzeugt.

WÖk-Präzisierungsbegriff / Risikobegriff

Auf einen Blick

  • Einordnung: WÖk-Präzisierungsbegriff / Risikobegriff im Bereich Grundbegriff.
  • Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
  • Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
  • Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Auslöser, Wirkungspotenzial, Wirkmechanismus.

Definition

Was der Begriff zusätzlich aussagt

Wirkungsrisiko bezeichnet in der Wirkungsökonomie die Möglichkeit negativer Zustandsveränderung. Es liegt vor, wenn eine Handlung, ein Unterlassen, ein Produkt, eine Dienstleistung, ein Geschäftsmodell, eine Lieferkette, eine Investition, ein Kapitalfluss, eine Kommunikation, eine Technologie, ein Standort oder eine politische Entscheidung Mensch, Planet oder Demokratie schwächen, destabilisieren oder schädigen kann.

Wirkungsökonomie

Einordnung in der Wirkungsökonomie

Wirkungsrisiko beschreibt mögliche negative Zustandsveränderungen unter bestimmten Bedingungen. Potenzial und Risiko sind ex-ante Aussagen über mögliche Pfade, keine Stationen einer Kausalkette. Finanzielle Folgen können daraus entstehen, müssen aber gesondert untersucht werden.

Verwendung

Verwendung

Aktuelle Web-Einordnung, präzisiert am 30.09.2026. Historische Publikationen bleiben unverändert.

Abgrenzung

Abgrenzung

  • Finanzrisiko: finanzielle Auswirkungen können Folge von Wirkungsrisiken sein, aber Wirkungsrisiken beginnen früher.
  • ESG-Risiko: kann Teilaspekte erfassen; Wirkungsrisiko fragt nach realer Zustandsveränderung.
  • Reputationsrisiko: Reputation ist Wahrnehmung; Wirkungsrisiko betrifft tatsächliche oder plausible Wirkung.
  • Compliance-Risiko: fragt Regelverletzung; Wirkungsrisiko fragt Zustandsveränderung auch vor der Regel.
  • Moralische Schuld: Bewertet werden Folgen von Handlungen, Strukturen und Geschäftsmodellen, nicht Personen.

Vertiefung

Vertiefte Begriffsstruktur

Risiko ist keine Pfadstation

Mögliche Schäden, Betroffene, Raum, Zeitraum, Eintrittsbedingungen, Mechanismen und Unsicherheit werden vor einer Entscheidung geprüft. Beobachtete Schäden sind dagegen eingetretene Zustandsveränderungen; die Ursachenattribution bleibt gesondert zu belegen.

Prävention ohne Schönrechnung

Nichtkompensation und Reverse Merit Order schützen harte Grenzen. Monitoring und Rückkopplung prüfen Annahmen erneut; bewertet werden Folgen von Entscheidungen und Strukturen, nicht der Wert von Menschen.

Querverweise

Quellen und Einordnung

Kategorie: Grundbegriff

Quellenstatus: Die Quellenverweise führen auf Detailseiten des Quellenarchivs; WÖk-Primärquellen dokumentieren Modellbegriffe und ersetzen keine externe Evidenz für empirische oder rechtliche Aussagen.