WÖk-Präzisierungsbegriff / Strategie- und Risikobegriff
Geschäftsmodellprüfung
Geschäftsmodellprüfung nach WÖk prüft, ob ein Geschäftsmodell unter einer wirkungsorientierten Ordnung zukunftsfähig, resilient, legitim, versicherbar und kapitalfähig bleibt.
Auf einen Blick
- Geschäftsmodellprüfung nach WÖk prüft, ob ein Geschäftsmodell unter einer wirkungsorientierten Ordnung zukunftsfähig, resilient, legitim, versicherbar und kapitalfähig bleibt.
- Der Begriff gehört zum Bereich Unternehmen, Strategie & Transformation und dient der präzisen Wirkungsprüfung.
- Wirkungsökonomisch fragt „Geschäftsmodellprüfung“ nach Zustandsveränderung, Bilanzgrenze, Datenqualität und Rückkopplung.
- Er darf nicht als isoliertes Etikett genutzt werden, sondern braucht Bezug zu Mensch, Planet und Demokratie. Er ist besonders anschlussfähig an Wirkungsrisiko, Wirkungsresilienz, Transformationspfad.
Definition
Was bedeutet der Begriff?
Geschäftsmodellprüfung bezeichnet in der Wirkungsökonomie die systematische Prüfung eines Geschäftsmodells auf Wirkung, Risiken, Abhängigkeiten, Resilienz und Transformationsfähigkeit. Sie untersucht, ob ein Unternehmen mit seiner Art, Wert zu schaffen, Einnahmen zu erzielen, Kosten zu externalisieren, Kapital zu nutzen, Produkte zu gestalten, Lieferketten aufzubauen und Kundennutzen zu erzeugen, unter einer wirkungsorientierten Ordnung bestehen kann.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Geschäftsmodellprüfung ist relevant, weil viele Unternehmen nicht an schlechten Absichten scheitern, sondern an alten Annahmen. Business-as-Usual ist kein neutraler Referenzpunkt, sondern ein Risikoszenario mit eigenen Abhängigkeiten, Stranded-Asset-Risiken und Transformationskosten.
Verwendung
Verwendung
Aus WÖk-Sicht ist die Geschäftsmodellprüfung keine moralische Pauschalbewertung eines Unternehmens. Sie liest das Geschäftsmodell als Wirkungsmodell: Was wird versprochen, was wird tatsächlich verändert, wer profitiert, wer trägt Kosten, was bleibt unsichtbar und welche Wirkung kehrt später als Risiko zurück?
Abgrenzung
Abgrenzung
- Geschäftsmodellinnovation kann Ergebnis sein; Geschäftsmodellprüfung ist Diagnose.
- ESG-Analyse kann Daten liefern; WÖk prüft reale Wirkung, Nichtkompensation und Rückkopplung.
- Compliance-Prüfung fragt Regelkonformität; Geschäftsmodellprüfung fragt Wirkung und künftige Tragfähigkeit.
- Finanzplanung bewertet Zahlen; Geschäftsmodellprüfung bewertet Zahlen, Wirkung und Systembedingungen.
- Moralisches Urteil: Bewertet wird die Wirkung und Zukunftsfähigkeit des Modells, nicht der Wert eines Unternehmens.
Vertiefung
Vertiefte Begriffsstruktur
Kurzdefinition / Hover
Geschäftsmodellprüfung nach WÖk prüft, ob ein Geschäftsmodell unter einer wirkungsorientierten Ordnung zukunftsfähig, resilient, legitim, versicherbar und kapitalfähig bleibt.
Auf einen Blick
- Geschäftsmodellprüfung fragt nicht nur, ob ein Unternehmen Geld verdient.
- Sie fragt, ob das Geschäftsmodell positive Netto-Wirkung erzeugt oder von negativer Wirkung abhängt.
- Business-as-Usual ist ein Szenario mit eigenen Risiken.
- Geschäftsmodellprüfung erkennt Stranded Assets früher, nicht nur klimabezogene.
- Ergebnis ist nicht nur Bericht, sondern Transformationspfad.
Hauptdefinition
Geschäftsmodellprüfung bezeichnet in der Wirkungsökonomie die systematische Prüfung eines Geschäftsmodells auf Wirkung, Risiken, Abhängigkeiten, Resilienz und Transformationsfähigkeit. Sie untersucht, ob ein Unternehmen mit seiner Art, Wert zu schaffen, Einnahmen zu erzielen, Kosten zu externalisieren, Kapital zu nutzen, Produkte zu gestalten, Lieferketten aufzubauen und Kundennutzen zu erzeugen, unter einer wirkungsorientierten Ordnung bestehen kann.
Wirkungsökonomische Relevanz
Geschäftsmodellprüfung ist relevant, weil viele Unternehmen nicht an schlechten Absichten scheitern, sondern an alten Annahmen. Business-as-Usual ist kein neutraler Referenzpunkt, sondern ein Risikoszenario mit eigenen Abhängigkeiten, Stranded-Asset-Risiken und Transformationskosten.
Wirkungsökonomische Sicht & Einordnung
Aus WÖk-Sicht ist die Geschäftsmodellprüfung keine moralische Pauschalbewertung eines Unternehmens. Sie liest das Geschäftsmodell als Wirkungsmodell: Was wird versprochen, was wird tatsächlich verändert, wer profitiert, wer trägt Kosten, was bleibt unsichtbar und welche Wirkung kehrt später als Risiko zurück?
Referenzrahmen SDGs / Agenda 2030 / SDG+
Positive Wirkung wird am Referenzrahmen SDGs, Agenda 2030 und SDG+ bewertet. SDG+ ist eine Erweiterung der Wirkungsökonomie, keine offizielle UN-Kategorie. Zielgröße ist positive Netto-Wirkung für Mensch, Planet und Demokratie.
Abgrenzung: Nicht verwechseln mit
- Geschäftsmodellinnovation kann Ergebnis sein; Geschäftsmodellprüfung ist Diagnose.
- ESG-Analyse kann Daten liefern; WÖk prüft reale Wirkung, Nichtkompensation und Rückkopplung.
- Compliance-Prüfung fragt Regelkonformität; Geschäftsmodellprüfung fragt Wirkung und künftige Tragfähigkeit.
- Finanzplanung bewertet Zahlen; Geschäftsmodellprüfung bewertet Zahlen, Wirkung und Systembedingungen.
- Moralisches Urteil: Bewertet wird die Wirkung und Zukunftsfähigkeit des Modells, nicht der Wert eines Unternehmens.
Beispiele
- Ein Fast-Fashion-Geschäftsmodell wird auf Nutzungsdauer, Wasser, Chemie, Mikroplastik, Arbeit, Retouren, Überkonsum, Lieferketten und Preiswahrheit geprüft.
- Ein Plattformunternehmen wird auf Reichweitenlogik, Datenmodell, Suchtmechanismen, Desinformation, algorithmische Fairness, Datenschutz, Marktmacht und demokratische Wirkung geprüft.
- Ein Immobilienunternehmen wird auf Bezahlbarkeit, energetischen Zustand, Quartierswirkung, Verdrängung, Klimaanpassung, Versicherbarkeit, Kapitalstruktur und Bodenwirkung geprüft.
Mess- und Steuerungsbezug
Eine Geschäftsmodellprüfung enthält Geschäftsmodellbeschreibung, Wertversprechen, Erlöslogik, Kostenstruktur, externalisierte Kosten, Wirkungsthese, relevante WÖk-IDs, Produkt- und Lieferkettenwirkung, Kapitalwirkung, Daten- und Digitalwirkung, Arbeitswirkung, Demokratie- und Kommunikationswirkung, Wirkungsrisiken, Wirkungsresilienz, Stranded-Asset-Prüfung, Wirkungsgrenzen, NWI, T-SROI-Relevanz, Szenarien, Transformationsoptionen, CapEx-/OpEx-Bedarf, Versicherbarkeit, Kapitalzugang, Governance und Korrekturpfad. Datenqualität, Systemgrenzen, Unsicherheit, Frühwarnindikatoren, Szenarien, Stress-Tests, Audit-Trail, Versionierung, Prüfbarkeit, Datenschutz, Datenhoheit, Einsicht, Widerspruch, Rechtsschutz, Rollenverantwortung, Governance und Korrekturpfade sind zu sichern. Keine Personenbewertung und kein Social-Credit-Framing. Schwere Schäden dürfen nicht durch Transformationsrhetorik, Purpose, ESG oder positive Einzelmaßnahmen kompensiert werden.
Querverweise im Glossar
- wirkungsrisiko
- wirkungsresilienz
- geschaeftsmodellpruefung
- transformationspfad
- enterprise-risk-management-nach-wirkung
- wirkungspotenzial
- wirkungsbewertung
- wirkungslenkung
- wirkungsrueckkopplung
- wirkungsarchitektur
- wirkungswahrheit
- wirkungsblindheit
- positive-netto-wirkung
- netto-wirkung
- transformationswirkung
- t-sroi
- nwi
- wirkleistung
- scheinleistung
- blindleistung
- verlustleistung
- unternehmen-als-wirkungssystem
- wirkungsorientierte-unternehmensfuehrung
- wirkungscontrolling
- kii
- wirkungskompetenz
- lieferkettenwirkung
- beschaffung-als-wirkungshebel
- lieferantenbewertung
- supply-chain-resilienz
- produktwirkung
- produktscorecard
- digitaler-produktpass
- woek-id
- wirkungsindikator
- scorecard
- finalscore
- datenqualitaet
- benchmark
- archetyp
- reverse-merit-order
- wirkungsgrenze
- wirkungsregister
- wirkungsaudit
- wirkungsassurance
- wirkungsrat
- kapitalwirkung
- wirkungsfonds
- portfolio-wirkung
- wirkungsrendite
- versicherbarkeit
- wirkungssteuer
- ehrliche-preise
- wirkung-im-preisschild
- greenwashing
- impact-washing
- sdg-washing
- esg
- csrd
- esrs
- gri
- eu-taxonomie
- mensch-planet-demokratie
- sdgs
- agenda-2030
- sdg-plus
Quellenbasis
- Externe Quellen: COSO Enterprise Risk Management Framework; ISO 31000; ISO 22301; ISO 37301; ISO 56001; CSRD / ESRS; GRI; IFRS / ISSB; EU-Taxonomie; OECD Due Diligence Guidance; UN Guiding Principles on Business and Human Rights; UN SDGs / Agenda 2030.
Redaktionelle Metadaten
- cluster: Risiko-, Resilienz- und Transformationslogik im Unternehmen
Verknüpfungen
Verwandte Begriffe
Querverweise