WÖk-Prägungsbegriff / Bewertungsbegriff
Wirkungsbewertung
Transparente Einordnung einer eingetretenen oder ausdrücklich modellierten Zustandsveränderung am offengelegten Referenzrahmen.
Auf einen Blick
- Einordnung: WÖk-Prägungsbegriff / Bewertungsbegriff im Bereich Bewertungs- und Steuerungslogik.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Wirkung, Wirkungspotenzial, Wirkungsrisiko.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Wirkungsbewertung ordnet eine eingetretene oder ausdrücklich modellierte Zustandsveränderung am offengelegten Referenzrahmen ein. Sie ist vom Feststellen, Messen und Zurechnen einer Veränderung zu trennen. Ex ante heißt sie ausdrücklich modellierte Wirkungsbewertung.
Die Einordnung begründet Richtung, Betroffene, Raum, Zeit, Verteilung, Unsicherheit und relevante Schutzgrenzen. Sie ist keine zeitliche Wirkungsstufe nach Impact. Wirkung ist neutral und relational; eine positive Bewertung folgt nicht allein aus einem Ziel- oder Indikatorbezug.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Globale Referenzen sind Agenda 2030 und SDGs; in deutschen öffentlichen und regulatorischen Fällen zusätzlich die DNS, soweit sachlich anwendbar. SDG+ ist WÖk-eigen. Recht, Grundrechte und Kontextnormen sind gesondert zu beachten. Netto-Wirkung respektiert Nichtkompensation und Reverse Merit Order.
Verwendung
Verwendung
Der Begriff ist zu verwenden, wenn es um die bewertende Einordnung von Zustandsveränderungen geht. Reine Datenerhebung, Reporting oder Kommunikation sind noch keine Wirkungsbewertung.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Wirkungsmessung: misst oder schätzt Indikatoren; Bewertung ordnet sie normativ und methodisch ein.
- ESG-Reporting: berichtet Daten; Wirkungsbewertung macht sie entscheidungsrelevant.
- Netto-Wirkung: Ergebnis der Abwägung; Bewertung ist das Verfahren dorthin.
- Wirkungslenkung: nutzt Bewertung für Anreize und Entscheidungen.
- Moralurteil: bewertet Wirkungen von Produkten, Regeln, Organisationen oder Tätigkeiten, nicht den Wert von Menschen.
- Reporting
- Wirkungspotenzial
- Wirkung: tatsächliche Zustandsveränderung.
- Netto-Wirkung: Zusammenführung bewerteter positiver und negativer Wirkungen unter Schutzregeln.
- Reporting: Dokumentation kann eine Bewertung sichtbar machen, ist aber noch keine Rückkopplung.
Vertiefung
Vertiefte Begriffsstruktur
Feststellen ist nicht Bewerten
Daten können eine Zustandsveränderung zeigen. Ob sie positiv, negativ, neutral oder ambivalent einzuordnen ist, braucht einen offengelegten Maßstab. Unzureichende Evidenz bleibt offen, nicht automatisch neutral.
Keine zeitliche Folgestation
Bewertung ist eine eigene Ebene der Wirkungsarchitektur. Sie kann eine Planung als modellierte Wirkungsbewertung oder beobachtete Veränderungen betreffen und wird bei neuer Evidenz überprüft.
Verknüpfungen
Verwandte Begriffe
Querverweise