Anschlussbegriff

Digitaler Produktpass / DPP

Der Digitale Produktpass ist ein Dateninstrument, das produktbezogene Informationen über Nachhaltigkeit, Material, Reparierbarkeit, Kreislauffähigkeit und weitere Anforderungen digital zugänglich machen soll.

Anschlussbegriff

Auf einen Blick

  • Einordnung: Anschlussbegriff im Bereich Glossar-Erweiterung.
  • Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
  • Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
  • Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Wirkungsdatenraum, WÖk-ID, Scorecard.

Wirkungsökonomie

Einordnung in der Wirkungsökonomie

Für die WÖk ist der DPP das Produktgedächtnis. Er hält Wirkungsdaten am Produkt fest und ermöglicht Verbindung von Produkt, Lieferkette, Scorecard, Steuerklasse und Verbraucherinformation.

Verwendung

Verwendung

Als Dateninfrastruktur verwenden: Der Digitale Produktpass speichert Produktdaten, die Produktscorecard bewertet sie, Wirkungsrückkopplung führt sie in Entscheidungen zurück.

Abgrenzung

Abgrenzung

  • Der DPP bewertet nicht selbst. Er speichert und transportiert Daten; WÖk-ID, Benchmarks und Scorecards übersetzen diese Daten in Wirkungsbewertung.

Vertiefung

Vertiefte Begriffsstruktur

Kurzdefinition / Hover

Der Digitale Produktpass ist ein strukturierter Datenträger, der zentrale Informationen zu Herkunft, Materialien, Herstellung, Nutzung, Reparatur, Rücknahme und Wirkung eines Produkts maschinenlesbar verfügbar macht.

Auf einen Blick

  • Speichert Produktdaten über den Lebenszyklus.
  • Ist Datenbasis für Scorecards, Wirkungsscanner, Reparatur, Rücknahme und Kreislaufwirtschaft.
  • Macht Produktwirkung nicht automatisch positiv, sondern bewertbar.
  • Wird in der WÖk vom Berichtsdokument zum Rückkopplungsinstrument.
  • Verbindet Produktidentität, Lieferkette, Datenqualität, Prüfstatus und Scorecard.

Hauptdefinition

Der Digitale Produktpass ist eine digitale, strukturierte und interoperable Datensammlung zu einem Produkt. Er enthält Informationen über Materialien, Komponenten, Herkunft, Prozesse, Energie, Emissionen, Wasser, Chemikalien, Reparierbarkeit, Ersatzteile, Lebensdauer, Rücknahme, Wiederverwendung, Recycling, Entsorgung, Lieferkette, Zertifikate, Prüfstatus und Datenqualität.

Wirkungsökonomische Relevanz

Produktwirkung lässt sich ohne maschinenlesbare, prüfbare und versionierte Produktdaten nicht skalieren. Der DPP schafft die technische Voraussetzung dafür, dass Wirkung nicht nur in Berichten steht, sondern in Marktprozesse, Beschaffung, Reparatur, Preisschilder, Greenwashing-Prüfung und Steuerlogik eingeht.

Wirkungsökonomische Sicht & Einordnung

Aus WÖk-Sicht ist der DPP kein Selbstzweck. Er braucht Datenklarheit, Interoperabilität, Versionierung und Rückkopplungsfähigkeit. Nur wenn Daten in Scorecards, Preise, Steuern, Beschaffung und Kommunikation zurückfließen, wird der Produktpass wirkungsrelevant.

Abgrenzung: Nicht verwechseln mit

Beispiele

  • Akku-DPP mit Zellchemie, Rohstoffherkunft und Rücknahme.
  • Textil-DPP mit Faser, Chemikalien, Arbeitsbedingungen und Recyclingfähigkeit.
  • Möbel-DPP mit Holzherkunft, Reparatur und Emissionen.
  • Lebensmittel-DPP mit Herkunft, Wasserstress und Kühlkette.

Mess- und Steuerungsbezug

Mindestdatenfelder sind product_identity, manufacturer, product_group, gtin_or_internal_id, batch_or_version, nace_code, material_composition, component_list, origin_data, supplier_data, production_site, energy_data, emissions_data, water_data, chemical_data, labor_data, safety_data, repairability_data, spare_parts_data, lifetime_data, takeback_data, reuse_refurbish_recycling_data, disposal_data, certificates, data_source, verification_status, data_quality_class, scorecard_reference, wok_id_mapping, valid_from, valid_until und audit_trail.

Querverweise im Glossar

Querverweise

Methoden & Werkzeuge

Wirkungsfelder

Quellen und Einordnung

Kategorie: Glossar-Erweiterung

Quellenstatus: Die Quellenverweise führen auf Detailseiten des Quellenarchivs; WÖk-Primärquellen dokumentieren Modellbegriffe und ersetzen keine externe Evidenz für empirische oder rechtliche Aussagen.