WÖk-Präzisierungsbegriff

Herkunftsnachweis / HKN

Ein Herkunftsnachweis ist ein elektronischer Nachweis dafür, wo und wie eine bestimmte Menge Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde.

WÖk-PräzisierungsbegriffStand / Version 1.0

Auf einen Blick

  • Ein Herkunftsnachweis belegt Herkunft und Menge erneuerbarer Stromerzeugung, aber nicht automatisch physische Lieferung, Zusätzlichkeit oder Gesamtwirkung.
  • Der Begriff gehört zum Bereich Datenbegriff und dient der präzisen Wirkungsprüfung.
  • Wirkungsökonomisch fragt „Herkunftsnachweis / HKN“ nach Zustandsveränderung, Bilanzgrenze, Datenqualität und Rückkopplung.
  • Er darf nicht als isoliertes Etikett genutzt werden, sondern braucht Bezug zu Mensch, Planet und Demokratie. Er ist besonders anschlussfähig an Scope 2, GHG Protocol, Greenwashing.

Definition

Was bedeutet der Begriff?

Ein HKN dokumentiert die erneuerbare Eigenschaft einer Strommenge und verhindert Doppelvermarktung im Ökostrommarkt. Er sagt aber nicht automatisch, dass an einer konkreten Steckdose physisch genau dieser Strom ankommt, dass neue Anlagen zusätzlich gebaut wurden oder dass die gesamte ökologische Wirkung des Stromprodukts positiv ist.

Wirkungsökonomie

Einordnung in der Wirkungsökonomie

Für die WÖk ist der Herkunftsnachweis ein wichtiger Daten- und Nachweisbaustein für Stromwirkung, Ladeinfrastruktur, Scope-2-Angaben, Produktdaten und Green-Claims-Prüfung. Er ersetzt aber keine vollständige Wirkungsbewertung, keine Zusätzlichkeitsprüfung und keine Rückkopplung nach realer Netto-Wirkung.

Verwendung

Verwendung

Bei Ökostrom-, Ladeinfrastruktur- und Scope-2-Aussagen als Nachweisbasis nennen, aber klar von Ökostromlabel, physischer Lieferung, Zusätzlichkeit und Gesamtwirkung trennen.

Abgrenzung

Abgrenzung

  • Ökostromlabel
  • Zusätzlichkeit
  • physische Stromlieferung
  • Carbon Credits
  • Offsetting

Wirkungsökonomische Sicht & Einordnung

Wie der Begriff in der WÖk gelesen wird

Für die Wirkungsökonomie ist „Herkunftsnachweis / HKN“ wichtig, weil der Begriff entscheidet, welche Wirkungsfrage überhaupt sichtbar wird. Ein Herkunftsnachweis belegt Herkunft und Menge erneuerbarer Stromerzeugung, aber nicht automatisch physische Lieferung, Zusätzlichkeit oder Gesamtwirkung.

Im Bereich Datenbegriff hilft der Begriff, nicht nur über ein Schlagwort zu sprechen, sondern über Zustände, Betroffene, Bilanzgrenzen, Wirkpfade und Rückkopplungen. Genau dort beginnt die wirkungsökonomische Prüfung.

Beispiele

Wo der Begriff praktisch auftaucht

  • In einer Debatte klärt der Begriff, ob über Fakten, Deutung, Wirkungspotenzial oder eingetretene Wirkung gesprochen wird.
  • In einem Werkzeug markiert „Herkunftsnachweis / HKN“, welche Eingaben, Quellen oder Grenzen für eine belastbare Einordnung nötig sind.
  • In Datenbegriff hilft der Begriff, verkürzte Aussagen in eine überprüfbare Wirkungsfrage zu übersetzen.

Mess- und Steuerungsbezug

Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird

Prüfbar wird „Herkunftsnachweis / HKN“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.

Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.

Querverweise

Begriffe, die du mitdenken solltest

Scope 2 · GHG Protocol · Greenwashing · Produktdaten · Wirkungsdaten · Digitaler Produktpass / DPP · Herkunftstransparenz

Version und Quellen

Kategorie: Datenbegriff · Version: 1.0