WÖk-Präzisierungsbegriff
Moral Licensing
Moral Licensing beschreibt den Effekt, dass eine positive Handlung als Rechtfertigung für späteres weniger verantwortliches Verhalten genutzt wird.
Auf einen Blick
- Einordnung: WÖk-Präzisierungsbegriff im Bereich Psychologische und systemische Wirkmechanismen.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Nichtkompensationsprinzip, Reverse Merit Order, Netto-Wirkung.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Moral Licensing entsteht, wenn eine positive Handlung psychologisch als Guthaben erlebt wird. Daraus kann die Bereitschaft entstehen, spätere negative Wirkungen zu verharmlosen oder weniger verantwortliches Verhalten zu rechtfertigen.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Moral Licensing ist ein Wirkungsrisiko in Konsum, Nachhaltigkeit und Unternehmenskommunikation. Es zeigt, warum positive Einzelwirkungen negative Wirkungen nicht beliebig kompensieren dürfen.
Verwendung
Verwendung
Wirkung, Wirkungspotenzial, Wirkungsrisiko, Wirkmechanismus, Wirkstoff, Resonanzraum, Wirkpfad und Folgewirkung sauber unterscheiden.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Nicht als bloßes Schlagwort verwenden: „Moral Licensing“ braucht Kontext, Bilanzgrenze und Prüffrage.
- Nicht mit einer fertigen Bewertung verwechseln: Der Begriff ordnet ein, er entscheidet nicht automatisch.
- Nicht von Datenqualität trennen: Als WÖk-Präzisierungsbegriff bleibt er nur belastbar, wenn Quelle, Bedeutung und Grenze sichtbar sind.
Mess- und Steuerungsbezug
Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird
Prüfbar wird „Moral Licensing“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.
Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.
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