WÖk-Präzisierungsbegriff
Status-quo-Bias
Der Status-quo-Bias beschreibt die Neigung, bestehende Zustände zu bevorzugen, auch wenn bessere Alternativen verfügbar sind.
Auf einen Blick
- Einordnung: WÖk-Präzisierungsbegriff im Bereich Psychologische und systemische Wirkmechanismen.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Pfadabhängigkeit / Lock-in, Verlustaversion, Reaktanz.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Der Status-quo-Bias beschreibt die psychologische Tendenz, Bestehendes als vertrauter, weniger riskant oder weniger anstrengend zu erleben als Veränderung. Dadurch können Menschen, Organisationen oder Institutionen an Routinen festhalten, obwohl Alternativen bessere Wirkung erzeugen könnten.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Der Status-quo-Bias ist ein Wirkmechanismus, der Transformation verlangsamen kann. Er wirkt in Märkten, Institutionen, Konsumgewohnheiten, Energiepolitik und Organisationskultur.
Verwendung
Verwendung
Wirkung, Wirkungspotenzial, Wirkungsrisiko, Wirkmechanismus, Wirkstoff, Resonanzraum, Wirkpfad und Folgewirkung sauber unterscheiden.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Nicht verwechseln mit Stabilität. Stabilität schützt Funktionsfähigkeit; Status-quo-Bias schützt Gewohnheit.
Vertiefung
Vertiefte Begriffsstruktur
Psychologische Effekte, Biases und Diskursverschiebung
Der Status-quo-Bias stabilisiert vorhandene Routinen, Kostenstrukturen und Machtverhältnisse. In Transformationen führt er dazu, dass bekannte negative Wirkungen weniger bedrohlich erscheinen als unbekannte Verbesserungen.
Auf einen Blick
- Beschreibt eine Wahrnehmungs-, Erinnerungs-, Entscheidungs- oder Bewertungsverzerrung.
- Relevant, weil Wirkung häufig über Aufmerksamkeit, Emotion, Risiko- und Nutzenbewertung vermittelt wird.
- Hilft, Wirkungsblindheit, Fehlentscheidungen und verzerrte Resonanzräume sichtbar zu machen.
- Nicht als Diagnose einzelner Personen verwenden, sondern als Muster in Entscheidungen, Kommunikation oder Organisationen.
Beispiele
- Fossile Infrastruktur bleibt attraktiv, weil sie vertraut und abgeschrieben ist.
- Verwaltung behält ineffiziente Prozesse, weil Veränderung Aufwand bedeutet.
Mess- und Steuerungsbezug
qualitative Wirkungsanalyse, Diskursanalyse, Befragungen, Experimente, A/B-Tests, Risikoindikatoren, Transparenz- und Korrekturmechanismen. Bei Sprache und Medien nur als plausibler Wirkpfad, nicht als automatischer Wirkungsnachweis.
Quellenbasis
Quellenbasis dieser Ergänzung: SAM, KAH, WÖK-BL.
Verknüpfungen