Evidenzbegriff

Counterfactual

Ein Counterfactual beschreibt den plausiblen Vergleichsfall, was ohne eine betrachtete Maßnahme, Intervention oder Entscheidung wahrscheinlich passiert wäre.

Evidenzbegriff

Auf einen Blick

  • Einordnung: Evidenzbegriff im Bereich Messbegriff.
  • Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
  • Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
  • Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Baseline, Wirkungsanalyse, Wirkungsnachweis.

Definition

Was der Begriff zusätzlich aussagt

Counterfactuals sind nötig, weil beobachtete Veränderungen auch durch andere Ursachen, Trends, externe Schocks oder parallele Maßnahmen entstehen können. Je nach Fall werden sie mit Kontrollgruppen, Vorher-Nachher-Vergleichen, Zeitreihen, Vergleichsregionen, Simulationen oder transparenten Gegenhypothesen angenähert.

Ein Counterfactual ist häufig keine unmittelbar beobachtbare Tatsache, sondern eine methodisch begründete Vergleichsannahme. Seine Qualität und Unsicherheit müssen offenliegen.

Wirkungsökonomie

Einordnung in der Wirkungsökonomie

Die WÖk verwendet Counterfactuals als Teil belastbarer Wirkungsermittlung. Sie ersetzen weder die Bewertung am Referenzrahmen noch die Nichtkompensation schwerer Schäden.

Verwendung

Verwendung

Methode, Vergleichsgruppe, Annahmen, Einschränkungen und Alternativerklärungen ausweisen.

Abgrenzung

Abgrenzung

  • Nicht als bloßes Schlagwort verwenden: „Counterfactual“ braucht Kontext, Bilanzgrenze und Prüffrage.
  • Nicht mit einer fertigen Bewertung verwechseln: Der Begriff ordnet ein, er entscheidet nicht automatisch.
  • Nicht von Datenqualität trennen: Als Evidenzbegriff bleibt er nur belastbar, wenn Quelle, Bedeutung und Grenze sichtbar sind.

Mess- und Steuerungsbezug

Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird

Prüfbar wird „Counterfactual“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.

Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.

Quellen und Einordnung

Kategorie: Messbegriff

Quellenstatus: Die Quellenverweise führen auf Detailseiten des Quellenarchivs; WÖk-Primärquellen dokumentieren Modellbegriffe und ersetzen keine externe Evidenz für empirische oder rechtliche Aussagen.