Grundbegriff
Freiwilligendilemma
Ein Freiwilligendilemma liegt vor, wenn eine gemeinsame Leistung nur zustande kommt, wenn mindestens eine Seite handelt, während für jede einzelne Seite Abwarten zunächst günstiger erscheinen kann.
Auf einen Blick
- Einordnung: Grundbegriff im Bereich Grundbegriff.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Öffentliche Güter, Trittbrettfahren, Soziales Dilemma.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Das Dilemma betrifft etwa Erstinvestitionen, Pflege gemeinsamer Infrastruktur oder das Übernehmen einer notwendigen, aber nicht exklusiv vergüteten Aufgabe. Wenn alle auf andere warten, bleibt die Leistung aus. Wer handelt, kann jedoch unverhältnismäßig belastet werden.
Die Diagnose ersetzt keine Prüfung von Fähigkeit, Zumutbarkeit oder gerechter Lastenteilung. Sie beschreibt eine institutionelle Unterversorgungsgefahr, keine moralische Pflicht einzelner Personen.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Die WÖk verbindet bei Freiwilligendilemmata sichtbare Beiträge, faire Finanzierung, Schutz vor Ausbeutung und belastbare Rückkopplung. Positive Netto-Wirkung darf nicht darauf beruhen, dass einzelne Akteure dauerhaft ungetragene Lasten übernehmen.
Verwendung
Verwendung
Nicht jedes Engagementproblem ist ein Freiwilligendilemma. Erforderlich ist, dass mindestens ein Beitrag die gemeinsame Leistung auslösen würde und Abwarten strukturell begünstigt ist.
Abgrenzung
Abgrenzung
- ehrenamt
- personenbewertung
- moral-hazard
Mess- und Steuerungsbezug
Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird
Prüfbar wird „Freiwilligendilemma“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.
Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.
Verknüpfungen
Verwandte Begriffe
Querverweise