Wirkungs- und Messbegriff

Medienvertrauen

Medienvertrauen ist die kontextabhängige Erwartung, dass ein Medium Informationen zuverlässig, fair und nachvollziehbar vermittelt.

Wirkungs- und Messbegriff

Auf einen Blick

  • Einordnung: Wirkungs- und Messbegriff im Bereich Medien & Öffentlichkeit.
  • Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
  • Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
  • Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Medienqualität, Medienfreiheit, Reichweite.

Definition

Was der Begriff zusätzlich aussagt

Vertrauen ist keine Qualitätsgarantie: Menschen können einer unzuverlässigen Quelle vertrauen oder einer zuverlässigen Quelle misstrauen. Umgekehrt ist Misstrauen nicht automatisch irrational. Deshalb sind Vertrauen, nachweisbare Medienqualität, Reichweite und Wirkung getrennte Größen. Befragungen zu Vertrauen brauchen Angabe von Zielgruppe, Frageformulierung, Zeitraum und Kontext.

Wirkungsökonomie

Einordnung in der Wirkungsökonomie

In der WÖk ist Medienvertrauen ein möglicher Zustand im öffentlichen Wirkungsraum, nicht ein Bonuspunkt für Medien oder eine Bewertung von Personen. Relevanter als ein Vertrauenswert allein sind Quellenklarheit, Fehlerkorrektur, Pluralität und die Möglichkeit, Behauptungen zu prüfen.

Verwendung

Verwendung

Immer sagen, wer wem unter welchen Bedingungen vertraut. Einen Vertrauenswert nie als Beweis für Richtigkeit oder positive Netto-Wirkung verwenden.

Abgrenzung

Abgrenzung

  • Medienqualität
  • Wahrheit
  • Reichweite
  • Markenbekanntheit
  • Wirkung

Mess- und Steuerungsbezug

Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird

Prüfbar wird „Medienvertrauen“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.

Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.

Quellen und Einordnung

Kategorie: Medien & Öffentlichkeit

Quellenstatus: Reuters-Forschung trennt öffentliches Vertrauen von tatsächlicher Vertrauenswürdigkeit; die WÖk ergänzt überprüfbare Qualitäts- und Korrekturbedingungen.

Quelle

Reuters Institute – Digital News Report: Auf einen Blick

Online-Buch-Kapitel · Nachrichtennutzung und Vertrauen

Auf einen Blick Demokratie / Medien / Desinformation · Bericht Herkunft: extern · Prüfstatus: geprüft Jährlicher Bericht des Reuters Institute (University of Oxford) zur Nutzung digitaler Nachrichten, Reichweite von Medien und Vertrauen in

Quellenbasis für die öffentliche Begriffserklärung.