Grundbegriff
Wirkungsdilemma
Ein Wirkungsdilemma liegt vor, wenn eine im engen oder kurzfristigen Rahmen vorteilhafte Entscheidung im relevanten Wirkungsraum negative Folgen auslöst, verstärkt oder auf andere verlagert.
Auf einen Blick
- Einordnung: Grundbegriff im Bereich Grundbegriff.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Wirkung, positive Netto-Wirkung, Wirkungspotenzial.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Wirkungsdilemmata entstehen etwa, wenn ein lokaler Kennwert verbessert wird, während Belastungen für andere Menschen, Ökosysteme oder spätere Zeiträume wachsen. Sie sind keine Behauptung, dass Beteiligte schlecht handeln. Sie beschreiben eine Lage, in der Informationen, Anreize, Zuständigkeiten oder Grenzen nicht ausreichend zusammenwirken.
Ob die Gesamtwirkung positiv oder negativ ist, muss am konkreten Referenzrahmen und an den tatsächlich veränderten Zuständen geprüft werden. Reichweite, Absicht oder ein einzelner Erfolgswert reichen dafür nicht aus.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Die WÖk nutzt Wirkungsdilemmata als Diagnose für fehlende Rückkopplung. Sie unterscheidet Wirkung, Wirkungspotenzial und Wirkungsrisiko und richtet die Bewertung positiver Netto-Wirkung an SDGs, Agenda 2030 und SDG+ aus. Nicht kompensierbare Schäden dürfen dabei nicht gegen andere Vorteile verrechnet werden.
Verwendung
Verwendung
Nicht als Synonym für jeden Zielkonflikt verwenden. Gemeint ist eine nachweisbare oder plausible Diskrepanz zwischen enger Entscheidungslage und dem relevanten Wirkungsraum.
Abgrenzung
Abgrenzung
- zielkonflikt
- wirkung
- wirkungsrisiko
Mess- und Steuerungsbezug
Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird
Prüfbar wird „Wirkungsdilemma“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.
Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.
Verknüpfungen
Verwandte Begriffe
Querverweise