WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 9 von 21
6. Die Millennium Development Goals 2000-2015: Fortschritt und Begrenzung#
Die Millennium Development Goals (MDGs) wurden im Jahr 2000 als acht Entwicklungsziele formuliert. Sie konzentrierten sich stark auf extreme Armut, Hunger, Bildung, Kinder- und Müttergesundheit, Krankheiten, Umwelt und globale Partnerschaft. Im Vergleich zu den späteren SDGs waren sie enger und stärker auf Entwicklungszusammenarbeit ausgerichtet. Die MDGs erzielten Fortschritte, machten aber auch Grenzen sichtbar. Sie waren nicht universell im heutigen Sinne: Viele Industriestaaten sahen sich eher als Unterstützende als als gleichermaßen betroffene Transformationsakteure. Zudem blieben Demokratie, Ungleichheit innerhalb reicher Länder, nachhaltiger Konsum, Produktionsmuster, Finanzsysteme und institutionelle Rückkopplung nur begrenzt adressiert. Die SDGs wurden gerade deshalb breiter: Sie gelten für alle Länder, nicht nur für den globalen Süden. Sie verbinden soziale, ökologische, ökonomische und institutionelle Ziele. Aus wirkungsökonomischer Sicht war dieser Übergang entscheidend, weil damit deutlich wurde: Auch wohlhabende Staaten haben Wirkungsdefizite.