WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 9 von 21
6. Die Millennium Development Goals 2000-2015: Fortschritt und Begrenzung#
und Vorsorge Agenda 21 Aktionsprogramm für Staaten und Kommunen Frühe Form einer Umsetzungsarchitektur Konventionen zu Klima und Biodiversität Spezifische ökologische Schutzrahmen Planetare Grenzen werden institutionell adressiert Lokale Agenda 21 Kommunale Übersetzung Wirkung entsteht in konkreten Räumen und nicht nur auf Gipfeln 6. Die Millennium Development Goals 2000-2015: Fortschritt und Begrenzung Die Millennium Development Goals (MDGs) wurden im Jahr 2000 als acht Entwicklungsziele formuliert. Sie konzentrierten sich stark auf extreme Armut, Hunger, Bildung, Kinder- und Müttergesundheit, Krankheiten, Umwelt und globale Partnerschaft. Im Vergleich zu den späteren SDGs waren sie enger und stärker auf Entwicklungszusammenarbeit ausgerichtet. Die MDGs erzielten Fortschritte, machten aber auch Grenzen sichtbar. Sie waren nicht universell im heutigen Sinne: Viele Industriestaaten sahen sich eher als Unterstützende als als gleichermaßen betroffene Transformationsakteure. Zudem blieben Demokratie, Ungleichheit innerhalb reicher Länder, nachhaltiger Konsum, Produktionsmuster, Finanzsysteme und institutionelle Rückkopplung nur begrenzt adressiert. Die SDGs wurden gerade deshalb breiter: Sie gelten für alle Länder, nicht nur für den globalen Süden. Sie verbinden soziale, ökologische, ökonomische und institutionelle Ziele. Aus wirkungsökonomischer Sicht war dieser Übergang entscheidend, weil damit deutlich wurde: Auch wohlhabende Staaten haben Wirkungsdefizite. 7. Rio+20 2012: Der Auftrag zur Entwicklung der SDGs Rio+20 im Jahr 2012 war der unmittelbare politische Ausgangspunkt für die SDGs. Im Abschlussdokument „The Future We Want“ beschlossen die Mitgliedstaaten, einen Prozess zur Entwicklung von Sustainable Development Goals anzustoßen. Die Ziele sollten auf den MDGs aufbauen und zugleich breiter, universeller und stärker integriert sein.
Wichtig ist: Die SDGs entstanden nicht aus einer kleinen Expertengruppe im Hintergrund. Der Rio+20- Beschluss eröffnete einen zwischenstaatlichen Prozess, der durch Arbeitsgruppen, Konsultationen und Verhandlungen geprägt war. Damit ist ihre Entstehung selbst ein Beispiel globaler Koordination unter Konfliktbedingungen. Die Wirkungsökonomie liest Rio+20 als Übergang von Zielrhetorik zu Zielstruktur. Der politische Auftrag war nicht nur „mehr Nachhaltigkeit“, sondern die Strukturierung von Nachhaltigkeit in Ziele, Unterziele und Indikatoren. 8. Open Working Group, Konsultationen und Post-2015- Verhandlungen Nach Rio+20 setzte die UN-Generalversammlung eine Open Working Group ein, die einen Vorschlag für die SDGs erarbeitete. Parallel liefen globale Konsultationen mit Staaten, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und weiteren Akteursgruppen. Die spätere Agenda 2030 verweist ausdrücklich auf mehrjährige öffentliche Konsultation und Beteiligung.