WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 5 von 23

3. Begriffsabgrenzung: Wirkung, Zweck, Leistung und Gewinn#

PDF-Fassung

Wirkung ist die tatsächliche Veränderung von Zuständen. Sie ist nicht Absicht, Image, Bericht, Haltung oder Output. Ein Unternehmen kann gute Absichten haben und dennoch negative Wirkung erzeugen. Es kann viele Maßnahmen umsetzen und dennoch seine Systemwirkung nicht verbessern. Deshalb muss der Begriff Wirkung sauber von Zweck, Leistung, Output und Kommunikation getrennt werden.

Der Unternehmenszweck beschreibt, wofür ein Unternehmen existiert. In der Wirkungsökonomie ist Purpose nicht Marketing, sondern Richtungsentscheidung. Er muss in Governance, Strategie, Produktportfolio, Investitionen, Beschaffung, Personalführung und Risikomanagement sichtbar werden. Ein Purpose, der nicht in Entscheidungen eingreift, ist Wirkungspotenzial, keine Wirkung.

Leistung wird nicht mehr automatisch mit Beschäftigung, Umsatz oder Aufwand gleichgesetzt. Wirkliche Leistung ist Wirkleistung: eine Aktivität, die positive Zustandsveränderung erzeugt. Scheinleistung erzeugt sichtbare Aktivität ohne tragfähige Wirkung. Blindleistung bindet Ressourcen, ohne das System zu verbessern. Verlustleistung erzeugt Schäden, die später repariert werden müssen. Diese Unterscheidung ist für Unternehmen besonders relevant, weil viele Managementsysteme Schein- und Blindleistung belohnen.

Gewinn bleibt erhalten. Die Wirkungsökonomie ist keine Anti-Unternehmenslogik. Sie verschiebt jedoch die Bedeutung des Gewinns. Gewinn ist ein Rückmeldungssignal: eine Lösung wird angenommen, ist marktfähig und kann skaliert werden. Gewinn wird problematisch, wenn er nur deshalb entsteht, weil Schäden ausgelagert, Menschen überlastet, Natur verbraucht oder Demokratie destabilisiert werden.