WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 6 von 26
4. Wirkungsrisiko: Definition und Risikoklassen#
Wirkungsrisiko ist die Möglichkeit, dass ein Unternehmen durch Handlung, Unterlassen, Produkt, Lieferkette, Kapitalfluss, Datenverwendung oder Kommunikation negative Zustandsveränderungen erzeugt, die später als finanzielle, rechtliche, operative oder gesellschaftliche Risiken zurückkehren. Wirkungsrisiko ist damit breiter als ESG-Risiko. Es umfasst auch Demokratie-, Medien-, Digital-, Gesundheits- und Systemrisiken.
Die Wirkungsökonomie unterscheidet zwischen Risiko erster Ordnung, zweiter Ordnung und dritter Ordnung. Erste Ordnung: unmittelbare Schäden, zum Beispiel Emissionen, Unfall, Datenpanne. Zweite Ordnung: Folgeschäden in Lieferketten, Gesundheit, Kosten oder Reputation. Dritte Ordnung: Veränderung von Systembedingungen, etwa Vertrauensverlust, politische Instabilität, Marktverzerrung oder Normverschiebung.
Risikoklasse Beschreibung Beispiel WÖk-Instrument Physisches Risiko Schäden durch Klima, Wasser, Hitze, Extremereignisse Standortausfall durch Überschwemmung Klimarisiko-Score, Standortresilienzcheck Transitionsrisiko Geschäftsmodell verliert Tragfähigkeit durch Regulierung, Technologie oder Markt Fossile Anlagen, CO2-intensive Lieferkette Stranded-Asset-Prüfung, T- SROI-Transformationsplan Soziales Risiko Arbeits-, Menschenrechts- oder Teilhaberiskio Kinderarbeit, Überlastung, Diskriminierung Lieferketten-Scorecards, Arbeitsschutz-KII Governance-Risiko Intransparenz, Korruption, Lobbying, Steuervermeidung Verdeckte Einflussnahme, Bilanztricks Governance-WÖk-IDs, Transparenzregister Digital-/KI-Risiko Algorithmische Diskriminierung, Cyberfragilität, Datenmissbrauch Black-Box-Entscheidung, Kundendatenleck KI-Wirkungscheck, Datenqualitätsaudit Demokratie-/Resonanzrisiko Desinformation, Polarisierung, Manipulation Plattformgeschäft mit toxischer Reichweite SDG+-Score, Medienwirkungscheck