WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 7 von 26

5. Enterprise Risk Management nach Wirkung#

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Klassisches ERM fragt: Welche Risiken gefährden das Unternehmen? Wirkungsorientiertes ERM fragt zusätzlich:

Welche Wirkungen des Unternehmens gefährden andere - und kehren dadurch als Risiko zurück? Diese Erweiterung ist entscheidend. Unternehmen sind nicht nur Risikoträger, sondern Risikoerzeuger.

Ein wirkungsorientiertes ERM verankert Wirkung in Risikoinventur, Risikobewertung, Risikosteuerung, Szenarioanalyse, Risikobericht, Vorstandsvorlage und Kapitalplanung. Es verbindet Eintrittswahrscheinlichkeit und

Schadenshöhe mit Wirkungsintensität, Wirkungsempfänger, Zeithorizont, Nichtkompensationsgrenze und Reversibilität. Die wichtigste Änderung betrifft Zeithorizonte. Viele Wirkungsrisiken sind langfristig, kumulativ oder nicht-linear. Sie passen schlecht in Quartalslogik. Deshalb braucht ERM Wirkungszeit: kurzfristige Störungen, mittelfristige Übergangskosten, langfristige Systemgrenzen.

ERM-Baustein Klassische Frage WÖk-Erweiterung Risikoinventur Was kann uns schaden? Welche Wirkung erzeugen wir und wen kann sie schädigen? Risikobewertung Wahrscheinlichkeit x Schaden Plus: Wirkungsordnung, rote Linie, Reversibilität, Datenqualität Risikosteuerung Vermeiden, mindern, transferieren, akzeptieren Plus: Transformieren, rückkoppeln, kompensationsfrei begrenzen Szenarioanalyse Was passiert bei Markt-/Regeländerung? Was passiert, wenn Wirkung wahr bepreist wird? Bericht Risikoprofil für Management und Aufsicht Wirkungsrisikoprofil für Management, Kapitalgeber und Öffentlichkeit Governance Risk owner und Kontrollen Wirkungsempfänger, Stakeholder, Wirkungsrat-/Assurance-Anschluss