WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 9 von 29
7. Digitaler Produktpass als WÖk-Dateninfrastruktur#
Der digitale Produktpass ist für die Wirkungsökonomie ein Schlüssel, weil er Produktinformationen über Akteure hinweg zugänglich macht. Im EU-Rahmen wird er im Kontext des ESPR als digitale Identitätskarte für Produkte, Komponenten und Materialien angelegt. Wirkungsökonomisch kann er zusätzlich zum Träger der Produktscorecard werden. Der WÖk-DPP sollte nicht jedes Detail öffentlich machen. Er braucht differenzierte Zugriffsrechte: Verbraucher:innen brauchen verständliche Kerninformationen; Unternehmen brauchen Lieferketten- und Buchhaltungsdaten; Behörden brauchen Compliance- und Steuerdaten; Prüfer:innen brauchen Nachweise; Forschung und Öffentlichkeit brauchen aggregierte Transparenz. Nutzergruppe Benötigte Informationen Verbraucher:innen Score, Steuerklasse, Reparatur, Herkunft, zentrale Risiken, verständliche Erklärung
Materialdaten, Lieferantenscores, Vorsteuerlogik, Qualitäts- und Kreislaufdaten Behörden Compliance, Steuerklasse, Prüfpfad, Produktidentität Prüfer:innen Nachweise, Datenqualität, Audit-Trail, Benchmarkbezug Finanzmarkt Portfolio-, Produkt- und Transformationsrisiken Forschung/Öffentlichkeit aggregierte Trends, Markttransformation, offene Wirkungsdaten 8. Produktentwicklung nach Wirkung: Prozessmodell Wirkungsorientierte Produktentwicklung beginnt nicht am Ende mit einem Label, sondern am Anfang mit einer besseren Frage: Welches Bedürfnis wird erfüllt, welche Schäden werden vermieden und welche Systemwirkung entsteht? Entwicklungsphase Wirkungsökonomische Pflichtfrage Idee Löst das Produkt ein reales Problem oder erzeugt es Scheinbedarf?
Welche Wirkungsgrenzen und Mindestanforderungen gelten?
Wie werden Reparatur, Kreislauf, Sicherheit und Datenfähigkeit eingebaut? Sourcing Welche Lieferantenwirkung wird ins Produkt übernommen?
Prototyp Welche Scorecard zeigt kritische Engpässe?
Business Case Wie verändern NWI, T-SROI, WUStG und Kapitalzugang die Entscheidung? Launch Welche transparente Verbraucherinformation wird bereitgestellt?
Welche Daten verbessern Produkt und Wirkung?
Wie werden Rücknahme, Wiederverwendung und Recycling gesichert? 9. Unternehmensorganisation: Wer ist verantwortlich?
Produktscorecards funktionieren nur, wenn Produktentwicklung, Einkauf, Nachhaltigkeit, Qualität, IT, Recht, Controlling und Vertrieb zusammenarbeiten. Wenn die Scorecard erst kurz vor Markteinführung entsteht, ist sie zu spät. Dann kann sie nur noch dokumentieren, nicht gestalten.
Verantwortung Produktmanagement Wirkungsanforderungen in Roadmap und Business Case verankern F&E / Engineering Material, Design, Reparierbarkeit, Sicherheit und Kreislauf technisch lösen Einkauf Lieferantendaten, Materialwirkung und Resilienz sichern Nachhaltigkeit SDG-/ESRS-/WÖk-ID-Mapping, Datenqualität, Benchmarkbezug Qualität/Compliance Produktsicherheit, Rückruflogik, Normen, Nachweise