WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 4 von 16

Ausgangsdiagnose: Warum Produkte heute zu eng gelesen werden#

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Der heutige Produktmarkt unterscheidet präzise nach Preis, Kategorie, Marke, Qualität, Verfügbarkeit und Design. Er unterscheidet aber unzureichend, ob ein Produkt externe Kosten erzeugt, Lieferketten stabilisiert oder zerstört, ökologische Grenzen verletzt, Gesundheit schützt oder gefährdet und demokratische oder soziale Infrastruktur stärkt.

Diese Blindheit erzeugt Fehlanreize: Schädliche Produkte können billig erscheinen, wenn ihre Folgekosten nicht im Preis sichtbar werden. Diese Diagnose ist in den vorhandenen Produktpapieren bereits klar angelegt: Heutige Produktpreise zeigen nur einen Bruchteil der Wahrheit, weil die Wirkung eines Produkts auf Mensch, Planet und Gesellschaft unsichtbar bleibt.

Die Wirkungsökonomie greift diese Diagnose auf und übersetzt sie in eine produktbezogene Steuerungsarchitektur.

Produkte sind deshalb nicht nur Objekte des Konsums, sondern Knotenpunkte gesellschaftlicher Wirkungen. Sie verbinden Landwirtschaft, Industrie, Logistik, Handel, Finanzierung, Werbung, Nutzung und Entsorgung. Ein einzelnes Produkt kann Wasser in Trockenregionen beanspruchen, faire Arbeit ermöglichen oder verhindern, Mikroplastik erzeugen, lokale Wirtschaft stärken, Entsorgungskosten verursachen oder Gesundheit fördern.