WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 9 von 19

Netto-Wirkungs-Index (NWI)#

PDF-Fassung

Der NWI ist die operative Zusammenfassung einer Scorecard. Er integriert mehrere Wirkungsfelder, beachtet aber rote Linien und Datenqualität. Der NWI soll Entscheidungen ermöglichen, ohne die Komplexität zu verstecken. Eine robuste NWI-Logik besteht aus fünf Elementen: erstens gewichtete Feldscores, zweitens Engpassbegrenzung durch Reverse Merit Order, drittens rote Linien, viertens Datenqualitätsabschlag und fünftens Zeit- und Resilienzfaktor. Der NWI ist damit kein arithmetischer Durchschnitt, sondern ein begrenzter, erklärbarer Netto-Wirkungswert.

NWI-Komponente Funktion

Feldscore Score je Wirkungskategorie Klima +2, Arbeit 0, Wasser -1 Engpass Minimum der kritischen Kernfelder Wasser -1 begrenzt Ergebnis rote Linie nicht kompensierbare Schädigung Kinderarbeit, schwere Gesundheitsgefahr Datenqualität Abschlag oder Statushinweis Q4 Proxywert begrenzt Sicherheit Zeitfaktor kurzfristige und langfristige Wirkung positive Wirkung erst nach Übergangsphase Resilienzfaktor Stabilität unter Stress Lieferkette, Klima, Versorgung, Demokratie

Arbeitsformel des NWI#

Als Arbeitslogik kann der NWI folgendermaßen gelesen werden:

NWI = begrenzte Summe der gewichteten Positiv- und Negativwirkungen, korrigiert um Datenqualität, Zeitwirkung und Resilienz, gedeckelt durch rote Linien und den schlechtesten kritischen Feldscore.

Diese Formel ist bewusst sprachlich formuliert. Die mathematische Konkretisierung kann je Anwendungsfeld variieren. Entscheidend ist der Grundsatz: Netto-Wirkung ist keine freie Verrechnung.

Sie ist eine strukturierte Zusammenschau unter Mindestbedingungen.

Datenqualität, Unsicherheit und Schätzung Scorecards müssen Unsicherheit sichtbar machen. Eine Zahl mit hoher Unsicherheit darf nicht gleich behandelt werden wie geprüfte Primärdaten. Zugleich darf fehlende Datenlage nicht automatisch zu Ausschluss führen, sonst würden kleine Akteure überfordert und neue Bürokratie erzeugt.