WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 11 von 118
0.3 Nicht revolutionär durch Einzelbegriffe, sondern durch Architektur#
Das Modell steht nicht außerhalb bestehender Forschung. Aufmerksamkeit, Agenda-Setting, Framing, Risikoverstärkung, öffentliche Meinung, Diffusion, Schwellenmodelle, Resonanz, Rückkopplung und Systemhebel sind in unterschiedlichen wissenschaftlichen Traditionen längst beschrieben. Wer das Modell seriös positioniert, sollte diese Herkunft nicht verschweigen, sondern sichtbar machen.
Der eigenständige Beitrag liegt nicht darin, jeden Baustein neu erfunden zu haben. Er liegt in der Zusammenführung zu einer wirkungsökonomischen Praxisarchitektur. Die Frage lautet nicht nur: Wie kommunizieren Medien? Sie lautet: Wie wird eine Zustandsveränderung in einem Wirkungsraum sichtbar, bewertet, verstärkt, institutionell verarbeitet und zurückgekoppelt?
Diese Verschiebung ist wesentlich. Klassische Kommunikationsmodelle bleiben oft bei Botschaft, Kanal, Frame oder Publikum. Klassische Nachhaltigkeitsmodelle bleiben oft bei Ziel, Indikator oder Bericht. Das Wellen-Tiefen-Modell verbindet beides mit der Frage nach Anreiz, Struktur, Rückkopplung und systemischer Folgewirkung. Quellenbezug: [I2], [E3], [E4], [E7], [E11]