WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 12 von 118

0.4 Warum die Begriffe neutral bleiben müssen#

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Wirkung ist in der Wirkungsökonomie kein Synonym für das Gute. Wirkung bezeichnet zunächst eine tatsächliche Zustandsveränderung. Sie kann positiv, negativ, neutral oder ambivalent sein. Das gilt auch für Wellen. Eine Welle ist nicht automatisch Fortschritt. Sie kann aufklären, stabilisieren und Lernprozesse ermöglichen. Sie kann aber auch Angst, Verzerrung, Fehlanreize, Polarisierung oder Verlustleistung erzeugen.

Das ist besonders wichtig, wenn das Modell über Kommunikation hinaus übertragen wird. Sichtbarkeit kann Wahrheit herstellen, aber auch einseitige Aufmerksamkeit erzeugen. Betroffenheit kann Verantwortung auslösen, aber auch Überforderung. Bewertung kann Klarheit schaffen, aber auch falsche Kennzahlen privilegieren. Resonanz kann Kooperation ermöglichen, aber auch Herdenverhalten. Rückkopplung kann lernen, aber auch Fehlsteuerung verstetigen.

Das Modell muss daher immer mit der normativen Achse Mensch, Planet und Demokratie verbunden bleiben.

Ohne diese Achse bliebe die Wellenlogik eine reine Beschreibung von Dynamiken. Wirkungsökonomisch wird sie erst, wenn sie fragt, ob die entstehenden Veränderungen positive Netto-Wirkung ermöglichen oder Systemrisiken erhöhen. Quellenbezug: [I1], [I2], [I4]