WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 106 von 118
7.6 Gefahr der Überästhetisierung#
Das Bild der Wellen ist anschaulich, aber es darf nicht poetisch an die Stelle der Analyse treten. Metaphern helfen beim Einstieg; sie ersetzen keine Wirkungspfadprüfung. Eine Welle klingt organisch und elegant.
Tatsächlich können Wirkungsprozesse abrupt, gebrochen, verzögert, asymmetrisch, manipuliert oder widersprüchlich sein. Deshalb sollte das Modell immer mit Tiefe, Quellen und Prüffragen verbunden werden. Die Metapher öffnet den Zugang. Die Analyse trägt die Substanz.
Gerade für redaktionelle Arbeit ist das wichtig: Das Modell soll nicht wie ein Motivationsposter wirken. Es soll wie ein Instrument klingen, das aus längerer Beobachtung, Systemdenken und Quellenarbeit entstanden ist. Quellenbezug: [I12], [E11]