WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 20 von 118
1.6 Wirkungsordnungen: direkte, indirekte und strukturelle Wirkung#
Die Unterscheidung von Wirkungen erster, zweiter und dritter Ordnung ist der wichtigste Übergang vom einfachen Folgenverständnis zur wirkungsökonomischen Systemlogik. Wirkung erster Ordnung beschreibt unmittelbare Zustandsveränderung. Wirkung zweiter Ordnung beschreibt Anschlussfolgen, Folgekosten, Folgegewinne oder Nebenwirkungen. Wirkung dritter Ordnung beschreibt Veränderungen von Anreizen, Erwartungsstrukturen, Kapitalflüssen, Routinen, Institutionen oder Resonanzräumen.
Die fünf Wellen lassen sich mit diesen Ordnungen verbinden. Sichtbarkeit und Betroffenheit liegen häufig im Bereich erster Ordnung oder im Vorraum der Wirkung. Bewertung und Resonanz erzeugen zweite Ordnung, weil sie Anschlussfolgen eröffnen. Struktur- und Rückkopplungswellen sind nahe an dritter Ordnung, weil sie die Bedingungen künftiger Entscheidungen verändern.
Damit wird das Modell präziser. Es geht nicht nur um eine hübsche Abfolge. Es geht um die Frage, wann ein Impuls aufhört, Einzelereignis zu sein, und beginnt, ein System zu verändern.
Quellenbezug: [I2], [I15], [E11]