WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 27 von 118
2.2 Agenda-Setting und die Sichtbarkeitswelle#
Die Sichtbarkeitswelle hat eine klare Verbindung zum Agenda-Setting. McCombs und Shaw zeigten, dass Medien durch Auswahl, Platzierung und Gewichtung mitprägen, welche Themen als wichtig wahrgenommen werden. Wirkungsökonomisch wird diese Einsicht erweitert: Sichtbarkeit ist nicht nur ein Medienphänomen.
Sie ist in jedem Wirkungsraum die erste Bedingung dafür, dass Wirkung überhaupt bearbeitet werden kann.
In Produkten erzeugen Scorecards und Produktpässe Sichtbarkeit. In Kapitalmärkten erzeugen Ratings und Risikodaten Sichtbarkeit. In Verwaltung erzeugen Wirkungsberichte Sichtbarkeit. In öffentlichen Debatten erzeugen Medien, Plattformen und politische Akteure Sichtbarkeit.
Die erste Welle lautet deshalb nicht: Aufmerksamkeit ist alles. Sie lautet: Ohne Sichtbarkeit bleibt Wirkung oft wirkungslos im Sinne gesellschaftlicher Steuerung. Unsichtbare Kosten bleiben externe Kosten. Unsichtbare Belastungen bleiben privat. Unsichtbare Risiken werden nicht eingepreist.
Quellenbezug: [E3], [I8], [I11]