WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 28 von 118

2.3 Framing und die Bewertungswelle#

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Die Bewertungswelle hat starke Nähe zur Framing-Forschung. Entman beschreibt Framing als Auswahl bestimmter Aspekte einer wahrgenommenen Realität, um Problemdefinition, Ursacheninterpretation, moralische Bewertung oder Behandlungsempfehlung zu fördern. Wirkungsökonomisch ist dieser Gedanke zentral, weil Bewertung darüber entscheidet, ob Information handlungsfähig wird.

Bewertung geschieht jedoch nicht nur sprachlich. Produkte werden durch Scorecards bewertet. Kapital wird durch Risiko- und Renditemodelle bewertet. Politische Maßnahmen werden durch Folgenabschätzungen, Haushaltslogik oder juristische Verhältnismäßigkeit bewertet. Institutionen werden durch Vertrauen oder Misstrauen bewertet. Das Modell verwendet Deutung nur für die Kommunikationsfassung. Die allgemeine Welle heißt Bewertung, weil in ihr Daten, Normen, Frames, Rechtsmaßstäbe, Preise und Modelle zusammenkommen. Hier entscheidet sich, ob eine sichtbare Tatsache folgenlos bleibt oder in einen Wirkpfad übergeht.

Quellenbezug: [E4], [I1], [I2]