WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 36 von 118

2.11 Autopoiesis und strukturelle Kopplung#

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Maturana und Varela beschreiben lebende Systeme als selbstproduzierende Einheiten, die nicht einfach von außen gesteuert werden, sondern aus ihrer eigenen Organisation heraus reagieren. Übertragen auf soziale Systeme bedeutet das: Ein Wirkungsraum übernimmt äußere Impulse nicht eins zu eins. Er übersetzt sie nach eigener Struktur. Das erklärt, warum Wirkungsentfaltung nicht linear ist. Ein Datenpunkt wird im Unternehmen anders verarbeitet als in einer Redaktion, in einer Behörde, in einer Bürgerinitiative oder in einem Kapitalfonds.

Dieselbe Information kann in einem Raum als Risiko, in einem anderen als Chance, in einem dritten als Angriff und in einem vierten als irrelevant erscheinen.

Die Tiefe eines Wirkungsraums ist genau diese Struktur: Codes, Routinen, Geschichte, Macht, Vertrauen, Rollen und institutionelle Selbstbeschreibung. Wer Wirkung gestalten will, muss diese Tiefe verstehen.

Quellenbezug: [E12], [I5], [I14]