WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 37 von 118
2.12 Öffentlichkeit und Demokratie#
Habermas hat Öffentlichkeit als Raum demokratischer Verständigung und Kritik geprägt. Für die Wirkungsökonomie ist Öffentlichkeit nicht nur ein Ort der Meinung, sondern ein Wirkungsraum, in dem Wahrheit, Vertrauen, Sichtbarkeit, Streitfähigkeit und institutionelle Legitimität erzeugt oder beschädigt werden. Die Wellen öffentlicher Wirkung sind deshalb politisch sensibel. Aufmerksamkeit kann Demokratie stärken, wenn sie Unsichtbares sichtbar macht. Emotion kann mobilisieren, wenn sie Verletzungen oder Verantwortung erfahrbar macht. Deutung kann Orientierung schaffen, wenn sie Komplexität nicht verfälscht. Resonanz kann Beteiligung ermöglichen. Verschiebung kann demokratische Korrektur oder demokratische Erosion bedeuten.
Die allgemeine WÖk-Fassung schützt vor einer Engführung: Öffentlichkeit ist ein besonderer Wirkungsraum, aber nicht der einzige. Die Demokratie hängt zugleich an Produkten, Preisen, Arbeit, Wohnen, Pflege, Gesundheit, Daten, Institutionen und Kapital.
Quellenbezug: [E13], [I4], [I12]