WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 7 von 18

5. Integration in wirkungsorientierte Unternehmensführung#

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5.1 Governance und Vorstandsebene#

Die Finanzierungsperspektive gehört in die Unternehmensführung. Vorstand, Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Beirat müssen verstehen, dass Wirkung nicht nur Kommunikations- oder Nachhaltigkeitsthema ist. Wirkung beeinflusst Kapitalzugang, Versicherbarkeit, Produktpreise, Beschaffung, Mitarbeiterbindung und regulatorische Zukunftsfähigkeit.

5.2 Controlling und Finance#

Finance und Controlling werden zu Schnittstellen zwischen klassischer Finanzsteuerung und Wirkungsteuerung. Neben Umsatz, EBIT, Cashflow und Verschuldung treten NWI, T-SROI, WÖk-ID-Abdeckung, Datenqualität, Transformationsrisiko und Wirkungsresilienz.

Daraus entsteht ein KII/KPI-Dashboard: Key Impact Indicators ergänzen Key Performance Indicators.

5.3 Risikomanagement und Resilienz#

ESG-Risiken werden im Enterprise Risk Management nicht als Sonderrisiken behandelt, sondern als Treiber bestehender Risikoarten:

Kreditrisiko, Marktpreisrisiko, operatives Risiko, Lieferkettenrisiko, Reputationsrisiko, Rechtsrisiko, Versicherungsrisiko und strategisches Risiko. Die Wirkungsökonomie ergänzt: Ein Risiko ist nicht nur ein Risiko für das Unternehmen, sondern auch ein Risiko, das vom Unternehmen ausgeht.

5.4 Resiliente Wertschöpfungskette#

Lieferketten müssen nicht nur effizient, sondern resilient, menschenwürdig, ressourcenschonend und demokratieverträglich sein. Dabei wirken EBA, CSRD, CSDDD, OECD-Sorgfaltspflichten, WUStG-Scorecards und Produktpässe zusammen. In der WÖk wird die Lieferkette nicht als Kostenkette, sondern als Wirkungskette gelesen.

5.5 Mitarbeiterführung und Automatisierung#

Wenn Menschen durch Roboter, KI oder automatisierte Systeme ersetzt werden, entsteht ein Finanzierungskonflikt: Wertschöpfung bleibt oder steigt, aber lohngebundene Sozialabgaben sinken. Das ist kein Unternehmensversagen, sondern ein Systemproblem.

Unternehmen brauchen deshalb eine wirkungsökonomische Sozial- und Steuerlogik, die Wertschöpfung und Wirkung erfasst, unabhängig davon, ob sie durch menschliche Arbeit oder Maschinen entsteht.

5.6 Marketing und das fünfte P: Planet#

Marketing entscheidet nicht nur über Absatz, sondern über Wahrnehmung, Status, Konsumentscheidungen und Nachfragearchitektur.

Das klassische Marketingmix aus Product, Price, Place und Promotion wird um Planet ergänzt: Welche ökologische, soziale und demokratische Wirkung erzeugt ein Produkt? Welche Wirkung wird kommuniziert, welche verschleiert? Marketing wird damit vom Absatzmotor zur Wirkungsübersetzung. 6. Steuerliche Verlinkungen Steuer / Instrument Anwendungsbereich Unternehmensrelevanz Wirkungsumsatzsteuer / WUStG Produkte, Leistungen, Lieferketten Produktpreise werden nach Wirkung differenziert; Scorecards werden finanzierungs- und steuerrelevant.

Wirkungseinkommensteuer / WEstG Einkommen aus Tätigkeiten und Kapital Einkommen wird nach Entstehungskontext und Wirkung eingeordnet; relevant für Führung, Boni, Kapitalerträge. Wirkungskörperschaftsteuer / WKStG Unternehmensgewinne Gewinn bleibt möglich, wird aber nach Wirkungsqualität, Reinvestition und Folgekosten differenziert. Wirkungsgewerbesteuer / WGewStG kommunale Wirtschaftstätigkeit Kommunen erhalten Anreize für lokale positive Wirkung und können Standortpolitik wirkungsorientiert gestalten. Automatisierungs- und Maschinenwertschöpfungsbeitrag Maschinen-, KI- und Robotik-Wertschöpfung Entkopplung von Sozialabgaben von menschlicher Arbeitsleistung; Finanzierung trotz sinkender Lohnbasis. Wirkungsvermögensteuer / Wirkungserbschaftsteuer Vermögen, Erbschaften, Kapitalkonzentration Kapitalbindung wird nach Wirkung, Teilhabe, Investition und demokratischem Risiko eingeordnet.