WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 9 von 25
7. Stranded Assets: alte Gebäude, neue Gebäude und Portfolios#
Ein Stranded Asset ist ein Vermögenswert, der vor Ende seiner wirtschaftlichen Lebensdauer an Wert, Nutzbarkeit oder Finanzierbarkeit verliert. Im Immobilienmarkt entsteht Stranding durch Klimarisiken, Regulierungsrisiken, Energiepreise, CO2-Kosten, Finanzierungskriterien, Marktpräferenzen, technische Überalterung und soziale Akzeptanzrisiken.
Für alte Gebäude liegt das Risiko oft in fossilen Heizungen, schlechter Gebäudehülle, hohen Betriebskosten, fehlendem Sanierungsfahrplan und schlechter Innenraumqualität. Für neue Gebäude liegt das Risiko in grauen Emissionen, schlechter Anpassung an Hitze, fehlender sozialer Nutzbarkeit, hoher Warmmiete, unflexiblen Grundrissen oder mangelnder Quartiersintegration.
Die Wirkungsökonomie erweitert den Begriff des Stranding: Ein Gebäude kann nicht nur ökologisch, sondern auch sozial und demokratisch stranden. Ein energetisch gutes, aber verdrängendes Luxusobjekt ist nicht zukunftsfähig, wenn es Teilhabe und Quartiersstabilität zerstört.