WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 14 von 25
12. Warmmietenneutralität als Schlüssel#
Viele energetische Sanierungen scheitern politisch und sozial nicht an der Technik, sondern am Verteilungskonflikt. Wenn die Kaltmiete steigt und die Nebenkosten nicht ausreichend sinken, wird ökologische Sanierung für Mieter:innen zur Belastung.
Die WÖk betrachtet daher nicht nur Kaltmiete und nicht nur Energie. Entscheidend ist die reale Wohnkostenbelastung. Eine Sanierung wirkt positiv, wenn sie Emissionen, Nebenkosten, Gesundheitsrisiken und Stranding-Risiken senkt, ohne Haushalte zu verdrängen.
Warmmietenneutralität kann als Wirkungsziel definiert werden: Die Summe aus Kaltmiete, Nebenkosten und ggf.
lokalen Energie- oder Mieterstromvorteilen soll nach der Maßnahme nicht höher liegen als vorher oder nur in einem sozial abgefederten Korridor steigen.
13. Finanzierung und Kapitalzugang Wirkungsorientiertes Wohnen braucht Kapital. Die Frage ist nicht, ob Kapital in den Wohnungsmarkt fließen darf, sondern nach welchen Signalen es fließt. Banken, Förderbanken, Versicherer, Fonds und private Investor:innen können Wohnwirkung als Risiko- und Chancenindikator nutzen. Ein gutes WIX-Profil kann günstigere Konditionen begründen; ein hohes Stranding- Risiko kann Risikozuschläge, höhere Eigenkapitalanforderungen oder Transformationsauflagen auslösen.
Damit wird Kapital nicht ausgeschlossen, sondern in die richtige Richtung gelenkt. Positive Wohnwirkung wird finanzierbar; spekulative Knappheitsrendite verliert ihren Vorteil.
14. Politische Anschlussfähigkeit Der WÖk-Rahmen soll keine Partei ersetzen und kein Einheitsmodell vorschreiben. Er schafft eine gemeinsame Wirkungsstruktur, innerhalb der unterschiedliche politische Ausgestaltungen möglich bleiben.
Eine konservative Ausgestaltung kann Eigentumssicherheit, Bestandspflege, Rechtssicherheit und Verantwortung betonen. Eine liberale Ausgestaltung kann Transparenz, Wettbewerb, weniger Fehlsubventionen und bessere Marktsignale betonen. Eine sozialdemokratische Ausgestaltung kann Bezahlbarkeit, Warmmietenneutralität und soziale Stabilität priorisieren. Eine grüne Ausgestaltung kann Klima, Sanierung, Ressourcenschutz und Quartiersresilienz stärken. Eine linke Ausgestaltung kann Gemeinwohlbindung, Bodenpolitik und Schutz vor Finanzialisierung in den Vordergrund stellen.
Die Wirkungsökonomie hält den demokratischen Diskurs offen. Sie macht nur sichtbar, welche Wirkungen unterschiedliche Wege haben. Ebene Aufgabe / Ausgestaltung Aufgabe der Politik Eigentum, Vermietung und Kapitalzugang so rahmen, dass Wohnwirkung statt Knappheitsrendite entsteht.
Rahmenbedingungen GEG, EPBD, CO2KostAufG, Mietrecht, Grundsteuer C, Zweckentfremdung, Förder- und Finanzierungslogik koppeln.
Ausgestaltungsspielraum Tempo, Verbindlichkeit, Bonus/Malus, kommunale Rollen, Förderhöhe, Datenschutz und Eigentumsschutz bleiben demokratisch gestaltbar. Zielkonflikte Bezahlbarkeit vs. Sanierungskosten; Eigentumsfreiheit vs.
Wohnraumsicherung; Neubau vs. Flächenverbrauch; Transparenz vs. Datenschutz. Rollenverteilung EU: Gebäuderahmen; Bund: Miet-, Steuer-, Energie- und