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Migration: Die AfD bekämpft eine Resilienzressource#

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Einer der deutlichsten Punkte ist Migration. Das AfD-Programm rahmt Migration fast durchgehend als Belastung, Risiko und Bedrohung. Besonders auffällig ist der Abschnitt zum Fachkräftemangel. Dort heißt es, illegale Zuwanderer seien „Fachkräftemangelverursacher“. Weiter fordert das Programm, auf „kulturfremde

Fachkräfte“ zu verzichten; Technisierung, Digitalisierung und KI sollen ausdrücklich auch dazu dienen, die Zuwanderung solcher Fachkräfte zu vermeiden.

Das ist der alte Frame: Migration als Problem.

Der resiliente Frame lautet: Migration ist eine Gestaltungsaufgabe - und in alternden Gesellschaften eine Systemressource. Natürlich ist nicht jede Migration automatisch gelingend. Integration muss organisiert werden. Sprache, Bildung, Anerkennung von Qualifikationen, Wohnraum, Arbeitsmarktzugang, Rechtsstaatlichkeit und soziale Infrastruktur sind entscheidend. Aber daraus folgt nicht: Migration vermeiden.

Daraus folgt: Migration besser steuern. Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt für Sachsen-Anhalt genau diese Realität: Seit 2017 sinkt dort die Zahl sozialversicherungspflichtig beschäftigter deutscher Arbeitnehmer:innen demografisch bedingt; gleichzeitig stieg die Zahl ausländischer Beschäftigter in den vergangenen zehn Jahren von 20.260 auf 75.300 im Jahr 2025. Ohne qualifizierte ausländische Arbeits- und Fachkräfte würden perspektivisch Einnahmen in Sozialversicherungen und Steuereinnahmen fehlen. (Bundesagentur für Arbeit) Noch deutlicher wird es im Gesundheitsbereich: Mitte 2025 waren in Sachsen-Anhalt 6.383 Ausländer:innen sozialversicherungspflichtig im Gesundheitsbereich beschäftigt, davon 5.258 aus Drittstaaten. Die BA betont, internationale Arbeits- und Fachkräfte seien wichtig für die Stabilität des Arbeitsmarktes und im Gesundheitssektor zentral für die langfristige Sicherung medizinischer und pflegerischer Versorgung.

(Bundesagentur für Arbeit) Das heißt wirkungsökonomisch: Wer internationale Fachkräfte pauschal kulturell problematisiert, gefährdet Pflege, Gesundheit, Sozialversicherung, Steuerbasis und Standortstabilität.

Er bekämpft nicht das Problem. Er bekämpft eine der Lösungen.

Die AfD verwechselt Integrationsaufwand mit Systemschaden. Aber jeder resiliente Umbau erzeugt Aufwand.

Bildung kostet Aufwand. Digitalisierung kostet Aufwand. Energiewende kostet Aufwand.

Fachkräfteintegration kostet Aufwand. Die entscheidende Frage lautet nicht: Gibt es Aufwand?

Sondern: Ist der Aufwand eine Investition in zukünftige Stabilität?

Bei gesteuerter Einwanderung lautet die Antwort: ja.