Systemresilienz statt nachhaltig… · Onlinefassung · Abschnitt 11 von 25

Rückstellung und Regeneration#

PDF-Fassung

Latitude, Resistance, Precariousness und Panarchy beschreiben sehr gut, wie groß ein Zustandsraum ist, wie schwer sich der Zustand verschieben lässt, wie nahe das System an einer Schwelle liegt und welche anderen Ebenen einwirken. Sie beantworten jedoch nur indirekt die konkrete Frage: Was geschieht, wenn die äußere Kraft wegfällt? Walker et al. machen Rückstellmechanismen über Rückkopplungen sichtbar. Ihr Beispiel der Körpertemperatur zeigt, wie starke negative Feedbacks verhindern, dass das System eine kritische Schwelle überschreitet. Im vereinfachten Vierer-Schema erscheinen diese Mechanismen aber nicht als eigener Punkt.

Für die Wirkungsökonomie ist es deshalb sinnvoll, sie ausdrücklich zu benennen.

Rückstellfähigkeit bedeutet nicht zwangsläufig die Rückkehr zu exakt demselben Zustand. In komplexen Systemen geht es um die Rückkehr in einen tragfähigen Funktionsbereich. Regeneration stellt natürliche oder soziale Kapazitäten wieder her. Korrektur verändert Regeln oder Entscheidungen. Dämpfung begrenzt Ausschläge. Lernen senkt künftige Verwundbarkeit. Transformation schafft einen neuen tragfähigen Zustandsraum, wenn der alte selbst nicht mehr zukunftsfähig ist.

Wirkungsraum Beispiele für Rückstell-, Regenerations- und Korrekturmechanismen Planet Bodenbildung, Wiederbewaldung, Wasserrückhalt, Biodiversität, Stoffkreisläufe, ökologische Puffer Mensch und Gesellschaft Gesundheitsversorgung, soziale Sicherung, Bildung, Nachbarschaftsnetze, Einkommenspuffer, Schutz vulnerabler Gruppen Demokratie Gewaltenteilung, Wahlen, Gerichte, freie Medien, Wissenschaft, Statistik, Transparenz, Zivilgesellschaft, Rechtsschutz Energie und Infrastruktur Netzregelung, Speicher, Pumpspeicherkraftwerke, Lastflexibilität, Redundanz, Ersatzpfade, Reparaturfähigkeit Unternehmen und Lieferketten Frühwarnung, alternative Lieferanten, Reserven, Auditierbarkeit, Lernschleifen, Anpassung von Beschaffung und Produktdesign