Systemresilienz statt nachhaltig… · Onlinefassung · Abschnitt 13 von 25

Resilienzmodell v1.3: Fähigkeit, Richtung und langfristige#

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Sicherung Resilienz ist die Fähigkeit eines Systems, Störungen aufzunehmen, auf sie zu reagieren oder sich neu zu organisieren, dabei wesentliche Funktionen, Identität und Struktur zu erhalten oder wiederherzustellen und zugleich die Fähigkeit zu Anpassung, Lernen und Transformation zu bewahren. Sie ist zunächst beschreibend:

Auch ein unerwünschter Systemzustand kann resilient sein.

Systemresilienz macht deshalb die Systemgrenze explizit. Wirkungsresilienz ist die lernfähige, normativ an Mensch, Planet und Demokratie gebundene Systemresilienz. Sie erkennt negative Wirkungen und Störungen früh, schützt oder stellt Funktionen wieder her, baut Puffer und Regeneration auf und verlässt schädliche Attraktoren ohne Externalisierung. Nachhaltigkeit ist die langfristig gesicherte Wirkungsresilienz dieses gekoppelten Systems.

Bereich Analysebausteine Frage Stabilitätslandschaft Latitude, Resistance, Precariousness, Panarchy Wie groß, widerständig, schwellennahe und skalenabhängig ist der Zustandsraum? Dynamische Antwort Rückstellfähigkeit, Dämpfungsfähigkeit Wohin bewegt sich das System nach der Störung, und wie begrenzt es Überschwingen und Kaskaden? Systementwicklung Anpassungsfähigkeit, Transformationsfähigkeit Wie verringert das System Verwundbarkeit oder baut einen neuen tragfähigen Attraktor auf? Diese acht Analysebausteine von Resilienz und Systementwicklung sind keine additive Rechenformel. Nur Latitude, Resistance, Precariousness und Panarchy sind die vier analytischen Aspekte der Stabilitätslandschaft bei Walker et al. (2004). Adaptability und Transformability sind dort verwandte, eigenständige Fähigkeiten; Rückstellung und Dämpfung erklären die dynamische Antwort. Eine hohe Resistance kann auch einen fossilen Lock-in oder autoritären Machtapparat stabilisieren.

Klima, Rückkopplung und der MPD-Zustandsraum Ein vereinfachtes Klimamodell lautet C d(Delta T)/dt = Delta F - lambda Delta T. C steht für Wärmekapazität und thermische Trägheit, Delta F für zusätzlichen Strahlungsantrieb und lambda Delta T für stabilisierende radiative Rückkopplung. Ozeane wirken dabei als Wärmespeicher und Puffer: Sie verzögern Temperaturreaktionen, sind aber nicht wörtlich mechanische Reibung. Bleibt der Antrieb erhöht, verschiebt sich der Gleichgewichtszustand.

Für die Wirkungsökonomie gilt zugleich der nicht beliebig kompensierbare MPD-Raum: B_MPD = {x : M >= M_min, P >= P_min, D >= D_min}. Eine gute Bilanz in einer Dimension kann den Bruch einer anderen nicht ausgleichen. Die vollständige Herleitung mit Kugel-Becken-Modell, Klimaformeln und Quellen steht in der Bibliothek: Nachhaltigkeit als Systemresilienz.