Wenn alle von wirkung sprechen f… · Onlinefassung · Abschnitt 11 von 19
Neoklassisch denken oder wirkungsökonomisch denken#
Hier liegt der zentrale Unterschied zwischen klassischer Förderlogik und Wirkungsökonomie.
Die klassische, neoklassisch geprägte Logik denkt häufig in Optimierung:
Wie verteilen wir knappe Mittel möglichst effizient?
Wie reduzieren wir Mitnahmeeffekte? Wie messen wir Zielerreichung? Wie verbessern wir das Verhältnis von Kosten und Nutzen?
Das ist nicht falsch. Aber es ist unvollständig.
Denn diese Logik bleibt meist innerhalb des bestehenden Systems. Sie fragt, wie Förderprogramme besser funktionieren können. Sie fragt aber zu selten, warum überhaupt so viele Förderprogramme nötig sind.
Die Wirkungsökonomie stellt die tiefere Frage:
Warum erzeugt das bestehende Preis-, Steuer- und Anreizsystem so viele Fehlwirkungen, dass der Staat sie anschließend mit Förderprogrammen reparieren muss?
Das ist der entscheidende Perspektivwechsel.
Wenn nachhaltige Produkte teurer sind als schädliche, braucht man Förderprogramme.
Wenn bezahlbarer Wohnraum weniger rentabel ist als Spekulation, braucht man Förderprogramme.
Wenn Pflege, Bildung und Prävention schlechter bezahlt werden als destruktive Geschäftsmodelle, braucht man Ausgleichsmechanismen. Wenn CO2-intensive Aktivitäten lange billig bleiben, braucht man Klimaschutzprogramme.
Viele Förderprogramme sind also nicht Ausdruck guter Steuerung, sondern Symptome einer falschen Grundlogik. Die Wirkungsökonomie setzt deshalb tiefer an. Sie will nicht nur den Förderdschungel lichten. Sie fragt, warum der Förderdschungel überhaupt entstanden ist.