Wirkungswissenschaften wirkungsf… · Onlinefassung · Abschnitt 23 von 26
Anhang: Glossar zentraler Wirkungsbegriffe#
Wirkung: Tatsächliche Veränderung von Zuständen. Wirkung kann positiv, negativ oder neutral sein und braucht immer einen Bezugspunkt. Positive Wirkung: Veränderung, die auf SDGs, Agenda 2030 und SDG+ einzahlt und Mensch, Planet oder Demokratie stärkt. Negative Wirkung: Veränderung, die SDGs, Agenda 2030 oder SDG+ schwächt, blockiert oder zerstört.
Neutrale Wirkung: Keine relevante positive oder negative Veränderung oder neutrale Einordnung im Bewertungsrahmen. Wirkungsempfänger: Menschen, Lebewesen, Gruppen, Ökosysteme, Institutionen oder zukünftige Generationen, die von Wirkung betroffen sind.
Wirkungsraum: Bereich, in dem eine Handlung, ein Produkt, eine Entscheidung oder Kommunikation Folgen entfaltet. Wirkungsfeld: Thematischer Bereich, in dem Wirkung entsteht oder bewertet wird, etwa Klima, Arbeit, Gesundheit oder Medienqualität. Wirkungsindikator: Messbare Kennzahl, die einen Wirkungsaspekt abbildet.
WÖk-ID: Standardisierte Identifikationsnummer für Wirkungsindikatoren, Wirkungsfelder oder bewertbare Wirkungseinheiten.
Wirkstoff: Didaktische Analogie für einen Auslöser mit Wirkungspotenzial. Ein Wirkstoff ist nicht Wirkung.
Wirkungspotenzial: Möglichkeit, dass eine erwünschte, unerwünschte, schädliche oder ambivalente Wirkung eintreten kann. Wirkungsrisiko: Möglichkeit negativer, unerwünschter oder systemisch destabilisierender Wirkung.
Wirkmechanismus: Beschreibung, wie eine Wirkung entstehen soll oder entstehen kann.
Nebenwirkung: Unerwünschte, indirekte oder zeitverzögerte Folge einer Handlung, Maßnahme oder Entscheidung. Wechselwirkung: Interaktion mehrerer Maßnahmen, Regeln, Märkte, Medien, Systeme oder sozialer Dynamiken. Rebound-Effekt: Rückschlagseffekt, bei dem eine Verbesserung durch verändertes Verhalten teilweise oder vollständig aufgehoben wird. Wirkungsnachweis: Prüfung, ob eine behauptete Wirkung tatsächlich eingetreten ist.
Wirkungsanalyse: Untersuchung von Wirkungen, Wirkungspotenzialen, Wirkpfaden und Wirkungsrisiken.
Wirkungsbewertung: Einordnung einer eingetretenen oder modellierten Wirkung am Referenzrahmen SDGs, Agenda 2030 und SDG+. Netto-Wirkung: Zusammengeführte Bewertung positiver und negativer Wirkungen unter Beachtung roter Linien. Positive Netto-Wirkung: Zielgröße der Wirkungsökonomie: systemisch tragfähige Wirkung für Mensch, Planet und Demokratie. Transformationswirkung: Wirkung, die nicht nur Einzelzustände verbessert, sondern Strukturen, Anreize, Märkte, Standards oder Handlungspfade verändert.
Wirkungspfad: Plausibler Weg, wie aus Handlung, Produkt, Regel, Narrativ oder Kapitalfluss Wirkung entstehen kann. Wirkungsnetz: Darstellung vernetzter Wirkungen, Wirkungspotenziale, Resonanzräume und Rückkopplungen.
Wirkungsgrad: Verhältnis zwischen eingesetztem Aufwand und erzeugter positiver Netto-Wirkung.
Resonanzraum: Sozialer, medialer oder emotionaler Raum, in dem Sprache, Bilder, Narrative oder Ereignisse Anschlussfähigkeit erzeugen. Resonanzrisiko: Gefahr, dass Sprache, Bilder, Frames oder Plattformlogiken schädliche Resonanzräume verstärken. Wirkungsblindheit: Systemische Blindheit gegenüber tatsächlichen Folgen bei gleichzeitiger Messung von Kapital, Output, Gewinn, Reichweite oder Aktivität.
Wirkungswahrheit: Anspruch, dass Preise, Berichte, Aussagen und Kapitalflüsse tatsächliche Wirkungen nachvollziehbar sichtbar machen. Wirkungsrückkopplung: Mechanismus, durch den erkannte und bewertete Wirkung in Preise, Steuern, Kapitalzugang, Förderung, Beschaffung oder Entscheidungen zurückgeführt wird.
Wirkungslenkung: Bewusste Steuerungsform, bei der Wirkungsbewertung in Anreize, Preise, Steuern, Kapital, Förderung, Beschaffung oder Entscheidungen übersetzt wird.
Wirkungsgrenze: Rote Linie, ab der negative Wirkung nicht mehr durch positive Wirkungen an anderer Stelle ausgeglichen werden darf. Reverse Merit Order: Nichtkompensationsprinzip: Das schwächste zentrale Wirkungsfeld begrenzt die Gesamtbewertung. Wirkungssteuer: Steuerliche Rückkopplung von Wirkungsbewertung in Preise und Abgaben.
Wirkungsregister: Geprüfte Daten- und Zuordnungsstruktur für Wirkungsindikatoren, WÖk-IDs, Scorecards, Benchmarks und Bewertungen. Wirkungsaudit: Prüfung, ob Wirkungsdaten, Scorecards, Bewertungen und Nachweise nachvollziehbar, plausibel und regelkonform sind. Wirkungsrat: Unabhängige Institution zur Sicherung, Prüfung und Weiterentwicklung der Wirkungslogik.
Wirkungshebel: Eingriffspunkt, an dem eine Maßnahme besonders starke oder tiefgreifende Wirkung erzeugt.
Wirkungsfähigkeit: Fähigkeit eines Systems, erkannte Wirkung tatsächlich in bessere Entscheidungen zu übersetzen. Wirkungskompetenz: Fähigkeit, Wirkungen, Potenziale, Nebenwirkungen, Zielkonflikte und Rückkopplungen zu erkennen, zu bewerten und verantwortlich zu steuern.
Wirkungsmanagement: Planung, Steuerung und Verbesserung von Wirkung in Projekten, Programmen oder Organisationen. Wirkungscontrolling: Messung, Prüfung und Steuerung von Wirkung.
Wirkungsmonitoring: Beobachtung von Wirkungsdaten und Zustandsveränderungen über Zeit.
Wirkungsbericht: Dokumentation von Wirkung, Wirkungspotenzialen, Datenqualität, Bewertung, Unsicherheit und Rückkopplung. Wirkungsdatenraum: Digitale Infrastruktur, in der Wirkungsdaten sicher, interoperabel und nachvollziehbar genutzt werden. Wirkungsgovernance: Regeln, Institutionen, Verfahren und Verantwortlichkeiten zur Sicherung der Wirkungslogik. Wirkungsarchitektur: Gesamtsystem aus Daten, Regeln, Institutionen, Anreizen, Preisen, Steuern, Kontrolle und Rückkopplung. Kapitalwirkung: Wirkung, die Kapitalflüsse auf Mensch, Planet und Demokratie entfalten.
Wirkungskapital: Kapital, das gezielt zur Erzeugung positiver Netto-Wirkung eingesetzt wird.