Nachhaltigkeit als Systemresilie… · Onlinefassung · Abschnitt 6 von 11

4. Ein einfaches Klimamodell#

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Eine vollständige Klimasimulation ist wesentlich komplexer. Für die Grundidee genügt ein vereinfachtes Energiegleichgewicht: Formel 3 - vereinfachte Energiebilanz: C d(Delta T)/dt = Delta F - lambda Delta T C bezeichnet die effektive Wärmekapazität beziehungsweise thermische Trägheit. Delta F ist der zusätzliche Strahlungsantrieb, etwa durch Treibhausgase. lambda Delta T steht für stabilisierende radiative Rückkopplung.

Im Gleichgewicht gilt vereinfacht Delta T* = Delta F/lambda. Bleibt der Antrieb dauerhaft erhöht, verschiebt sich der Gleichgewichtszustand. Die Kugel kehrt dann nicht in die alte Muldenmitte zurück, weil sich die Landschaft selbst verändert hat. Nichtlineare Rückkopplungen lassen sich als zusätzlicher Term schreiben:

Formel 4 - nichtlineare Rückkopplung: C d(Delta T)/dt = Delta F - lambda Delta T + phi(Delta T) phi(Delta T) bündelt verstärkende oder abschwächende Rückkopplungen. Eisflächen, Wälder, Permafrost, Wolken, Ozeane und Wasserkreisläufe verändern sich zustandsabhängig. Das ist keine exakte Vorhersage eines einzelnen Kipppunkts, sondern ein Warnmodell für gekoppelte Schwellen und Unsicherheiten.

Für die Wirkungsökonomie folgt daraus: Klimaschutz, Anpassung, Regeneration und demokratische Sicherung gehören zusammen. Eine Gesellschaft kann Temperaturspitzen oder Lieferausfälle nicht nachhaltig "wegmanagen", wenn sie gleichzeitig Lebensgrundlagen, Teilhabe und Korrekturfähigkeit abbaut.