WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 23 von 28

22. Abgrenzung: Keine Planwirtschaft, keine Ausgabenideologie#

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Ein naheliegender Einwand lautet: Wird der Staat damit nicht zu mächtig? Entscheidet dann eine Wirkungsbehörde, was gut ist? Wird aus Finanzpolitik eine Planwirtschaft?

Diese Sorge muss ernst genommen werden. Die WÖk darf nicht zur Lebensstilpolizei werden. Sie darf nicht Menschen bewerten. Sie darf Wirkungsmessung nicht mit sozialer Kontrolle verwechseln. Sie darf Märkte nicht durch zentrale Detailplanung ersetzen. Sie darf Unsicherheit nicht so behandeln, als wäre alles exakt messbar.

Gerade deshalb ist der WÖk-Ansatz nicht planwirtschaftlich, sondern rückkopplungsorientiert. Märkte bleiben Suchprozesse. Unternehmen bleiben Innovationsräume. Eigentum bleibt erhalten. Wettbewerb bleibt erhalten. Preise bleiben erhalten. Aber die Signale ändern sich. Preise, Steuern und Kapitalflüsse sollen mehr Wirklichkeitsgehalt bekommen. Planwirtschaft versucht, Ergebnisse zentral festzulegen.

Wirkungsökonomie setzt Leitplanken und Rückkopplungen, damit dezentrale Entscheidungen bessere Folgen erzeugen. Auch aus finanzpolitischer Sicht ist die WÖk keine Ausgabenideologie. Sie sagt nicht: Mehr Staat ist immer besser. Sie sagt: Wirkung muss entscheiden. Manchmal kann mehr öffentliche Finanzierung richtig sein.

Manchmal kann weniger, aber besser gesteuerte Finanzierung wirksamer sein. Manchmal ist Regulierung wichtiger als Geld. Manchmal ist Bürokratieabbau wirkungsvoller als ein neues Förderprogramm. Manchmal muss der Staat investieren. Manchmal muss er destruktive Anreize beenden.

Die WÖk ist daher weder austeritätspolitisch noch ausgabenromantisch. Sie ist wirkungsorientiert.