WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 24 von 28
23. Die neue Disziplin: Wirkungsfinanzpolitik#
Aus all dem ergibt sich ein neues Feld: Wirkungsfinanzpolitik ist die Lehre davon, wie öffentliche Einnahmen, Ausgaben, Kredite, Zinsen, Vermögen, Steuern und Investitionen nach ihrer Netto-Wirkung auf Mensch, Planet und Demokratie gesteuert werden.
Sie verbindet: MMT als Kritik des Haushaltsmythos, Functional Finance als Ergebnisorientierung, mission-oriented policy als Richtung öffentlicher Gestaltung, Planetary Boundaries als reale ökologische Grenze,
Beyond-GDP als Kritik enger Wohlstandsmessung, WÖk als operative Wirkungsarchitektur. Ihr Ziel ist nicht der ausgeglichene Haushalt um jeden Preis. Ihr Ziel ist auch nicht maximale Verschuldung.
Ihr Ziel ist ein lernfähiger Staat, der öffentliche Mittel so einsetzt, dass sie Zustände verbessern, Risiken senken und Zukunftsfähigkeit erhöhen. Die Leitfragen lauten: Welche öffentlichen Mittel erzeugen Wirkleistung?
Welche erzeugen Blindleistung? Welche erzeugen Verlustleistung? Welche Reparaturkosten entstehen durch Unterlassen?
Welche unsichtbaren Staatsschulden werden aufgebaut?
Welche Finanzierungsform passt zur Wirkungsdauer?
Welche Steuerlogik koppelt Wirkung zurück?
Welche Institutionen sichern Prüfung und Lernen?
Damit wird Finanzpolitik aus der Buchhaltung in die Systemsteuerung überführt.