WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 2 von 244

Vorwort: Von der Managementlehre zur gesellschaftlichen Gestaltungslehre#

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Vorwort: Von der Managementlehre zur gesellschaftlichen Gestaltungslehre Klassische Management- und Innovationsmethoden helfen, Organisationen zu verstehen, Strategien zu formulieren, Geschäftsmodelle zu gestalten, Kundenbedürfnisse zu erkunden, Risiken zu kontrollieren und Veränderung umzusetzen. Ihre Stärke liegt in der Strukturierung. Ihre gemeinsame Grenze liegt häufig im Maßstab: Sie fragen, ob etwas funktioniert, angenommen wird, finanziell trägt oder effizient umgesetzt werden kann. Sie fragen nicht durchgängig, welche Zustände dadurch für Menschen, Natur, Institutionen, Öffentlichkeit und künftige Generationen entstehen.

Das WÖMS erweitert deshalb nicht nur bestehende Canvas um ein Feld „Nachhaltigkeit“. Es verändert die methodische Reihenfolge.

Vor der Optimierung stehen Wirkungsmandat, Betroffene, Systemgrenzen und Wirkungsgrenzen. Vor Skalierung stehen Netto- Wirkung, Resilienz und Machtfolgen. Nach Umsetzung folgt kein Abschluss, sondern Beobachtung, Bewertung, Widerspruch und Lernen. Wirkung ist neutral und relational; positiv oder negativ wird sie erst am transparenten Referenzrahmen eingeordnet.

[INT-01; INT-02; INT-03] Das Methodensystem ist ganzheitlich, weil dieselbe Grundlogik auf sehr unterschiedliche Wirkungsträger angewendet werden kann:

ein Produkt, eine Investition, ein Gesetz, ein Algorithmus, ein Medienformat, eine Bildungseinrichtung, ein Sozialraum, eine persönliche Entscheidung oder eine internationale Partnerschaft. Die Objekte und Daten unterscheiden sich. Die Grundfragen bleiben: Was verändert sich? Für wen oder was? Durch welchen Mechanismus? Mit welchen Neben- und Wechselwirkungen?

Welche Grenzen gelten? Wie tragfähig und resilient ist die Lösung? Wie wird die beobachtete Wirkung in neue Entscheidungen zurückgeführt? Leitformel WÖMS = Wirkungsverständnis + Systemdiagnose + prüfbare Wirkungslogik + nicht kompensierbare Grenzen + verantwortbare Gestaltung + evidenzbasierte Entscheidung + lernende Rückkopplung.