WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 119 von 244

I08 · Entscheidungslog, Pre-Mortem und Evidenzupdate#

PDF-Fassung

Canvas / Analysemethode Strategische Vorausschau und Entscheidungsintelligenz Version 2.0 · Que llen: INT-02 · INT-03 · EXT- FOR-03 · EXT-FOR-04 Entscheidungsqualität verbessern und Hindsight Bias durch nachvollziehbare Vorannahmen und spätere Evidenzupdates begrenzen. Verbindlicher Output Versioniertes Entscheidungslog mit Pre-Mortem, Alternativen, Unsicherheit, erwarteten Signalen und späterem Outcome-Review.

Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Wenn die entsprechende Managementfunktion entscheidungsrelevant ist und ein versionierter, nachvollziehbarer Output benötigt wird.

Nicht geeignet Nicht als Ersatz für fachliche Detailanalyse, Rechtsprüfung oder unabhängige Expertise verwenden. Dauer 45–90 Minuten plus laufende Aktualisierung Beteiligte 4–10 Personen Benötigte Inputs Wirkungsmandat, vorhandene Daten und relevante Vorarbeiten Schnitts tellen Vorgänger: A01–A06. Nachfolger: abhängig vom Ergebnis.

Vorgehen#

1. Entscheidungsfrage, Optionen und Kriterien dokumentieren.

2. Pre-Mortem durchführen: Warum ist die Entscheidung gescheitert?

3. Gegenargumente, Minderheitsvoten und fehlende Daten festhalten.

4. Erwartete Wirkung, Zeitpunkte und Signale protokollieren.

5. Entscheidung, Verantwortliche und Revisit-Datum beschließen.

6. Neue Evidenz und tatsächliche Wirkung ohne Umschreiben der Historie ergänzen.

Leitfragen#

 Was würden wir später gerne schon heute dokumentiert haben?

 Welche Alternative wurde warum verworfen?

 Welche Beobachtung zwingt zur Neubewertung?

I08 · Entscheidungslog, Pre-Mortem und Evidenzupdate – Fortsetzung

Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#

Chronologisches Log mit Version, Annahmen, Pre-Mortem, Entscheidung, Signalen und Review.

Qualitätskriterien#

 Empfänger, Systemgrenze, Wirkungsziel und Schutzrahmen sind eindeutig.

 Befunde, Annahmen, Modelle und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.

 Der Output besitzt Owner, Version, Evidenzstatus und eine klare nächste Entscheidung.

 Unsicherheit und alternative Zukünfte werden nicht zu Scheingenauigkeit verdichtet.

 Trigger für Kurswechsel sind beobachtbar.

Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#

 Methode nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.

 Workshopkonsens darf Betroffene, negative Wirkung, Machtasymmetrien oder Minderheitsvoten nicht ausblenden.

 Keine Fach-, Rechts-, Sicherheits- oder Datenprüfung durch ein Canvas ersetzen.

 Ein Lieblingsszenario nicht als Prognose ausgeben.

Varianten#

 Kurzcheck 45 Minuten  Standardworkshop  Deep Dive mit Daten- und Fachanalyse

Quellen- und Herkunftslinie#

Interne und externe Anschlussquellen: INT-02 · INT-03 · EXT-FOR-03 · EXT-FOR-04. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations-, Realisierungs- und Rückkopplungslogik.