WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 225 von 244

12. Mindeststandard für Canvas und Visualisierungen#

PDF-Fassung

 Jede Arbeitsfläche trägt Methoden-ID, Name, Version, Datum, Fall/Objekt und verantwortliche Moderation.

 Felder für Evidenzstatus, Unsicherheit, negative Wirkung, Wirkungsgrenzen und offene Fragen sind obligatorisch, wenn sie relevant sind.  Farben dürfen semantisch unterstützen, aber nie allein Bedeutung tragen; Text- oder Symbolcodierung ist zusätzlich erforderlich.  Pfeile müssen eine definierte Beziehung ausdrücken: kausal, zeitlich, informationell, finanziell oder organisatorisch.

 Aggregierte Werte dürfen nicht kompensierbare Grenzindikatoren oder betroffene Gruppen verdecken.

 Eine Visualisierung zeigt den Stand einer Hypothese und ihre Version, nicht eine objektive Gesamtrealität.

 PowerPoint-, Miro-, Web- und Druckvarianten verwenden dieselbe Informationsarchitektur.

13. Methodenregister und Versionierung Tabelle 18: WÖMS-Methodenregister Element Pflichtinhalt Methoden-ID Stabile Kennung, Name, Kategorie und Status.

Version Major für Logikänderung, Minor für neue Felder/Regeln, Patch für redaktionelle Korrektur. Herkunft Interne Grundlagen, externe Anschlussquellen und WÖMS-spezifische Erweiterung. Evidenzstatus Erprobungsstand, Fallzahl, Domänen, bekannte Grenzen.

Änderungsantrag Problem, Evidenz, Betroffene, vorgeschlagene Änderung, Nebenwirkungen.

Konsultation Fach-, Praxis- und Betroffenenreview je nach Tragweite.

Freigabe Methodenrat/Wirkungsrat oder legitimierte Fachgovernance.

Release Note Änderung, Grund, Übergang und Auswirkungen auf bestehende Ergebnisse.

14. Qualitätssicherung und Assurance Qualität wird auf vier Ebenen geprüft: methodische Konformität, Daten- und Evidenzqualität, Prozesslegitimität sowie Entscheidungs- und Lernwirksamkeit. Eine formal korrekt ausgefüllte Arbeitsfläche kann inhaltlich unzureichend sein; umgekehrt kann ein vereinfachtes Verfahren bei geringer Tragweite angemessen sein. Verhältnismäßigkeit ersetzt keine Schutzpflicht.

 Methodenaudit: Wurden die erforderlichen Schritte, Grenzen und Outputs eingehalten?

 Datenaudit: Sind Herkunft, Qualität, Lineage, Unsicherheit und Zugriff nachvollziehbar?

 Governanceaudit: Waren Rollen, Beteiligung, Widerspruch und Interessenkonflikte angemessen?

 Wirkungsaudit: Decken Aussagen die beobachtete Wirkung und Einschränkungen?

 Lernaudit: Haben Erkenntnisse Entscheidungen, Regeln oder Methoden verändert?